Der Betriebsrat von Volkswagen hat dem Vorstand des Autobauers einen Vertrauensverlust in der Belegschaft vorgeworfen und scharfe Kritik an der Informationspolitik des Managements geübt.

Der VW-Betriebsrat kritisierte am Freitag, der Vorstand halte den "zehntausenden betroffenen Beschäftigten außerhalb des Managements" weiterhin Informationen über den geplanten massiven Stellenabbau vor. "Wir verurteilen scharf, dass er gleichzeitig den zehntausenden betroffenen Beschäftigten außerhalb des Managements diese Informationen weiterhin vorenthält", hieß es von den Vertretern der Belegschaft. Die Arbeitnehmervertreter kündigten an, das Hauptaugenmerk werde darauf liegen, ob der Vorstand die Krise gemeinsam mit den Beschäftigten meistern wolle oder gegen sie.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, stimmten die Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen in der jüngsten Aufsichtsratssitzung gegen das Sparpaket des Vorstands. Damit wächst der Druck auf Konzernchef Oliver Blume, der in den vergangenen Wochen einen tiefgreifenden Umbau des Konzerns vorangetrieben hatte.

Hintergrund: Berichte über bis zu 120.000 Stellen

Hintergrund der Auseinandersetzung sind Berichte über einen beispiellosen Stellenabbau bei Volkswagen. Laut "Manager Magazin" könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Die "Bild"-Zeitung sprach sogar von bis zu 120.000 Stellen. Damit wäre einer der größten Personalabbauprozesse in der Geschichte des deutschen Automobilbaus im Gange.