Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat am Donnerstag in Wolfsburg stundenlang hinter verschlossenen Türen über das Spar- und Transformationsprogramm von Konzernchef Oliver Blume beraten, ohne am Abend konkrete Beschlüsse zu möglichen Werksschließungen oder einem Stellenabbau zu fassen.

Die Sitzung des Kontrollgremiums in der Konzernzentrale dauerte mehrere Stunden, endete am späten Donnerstagabend jedoch ohne Ergebnisse. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, ist der Vorstand mit seinen Sparplänen im Aufsichtsrat "vorerst krachend gescheitert". Auch das Manager Magazin schrieb, das komplette Beschlusspaket habe der Aufsichtsrat offenbar abgelehnt. Volkswagen selbst wollte sich am Freitag zu einzelnen Abstimmungen nicht äußern.

Konzernchef Oliver Blume hatte dem Gremium am Nachmittag ein Paket aus zwölf Initiativen und ein neues "Zielbild 2030" präsentiert. Am späten Abend veröffentlichte der Konzern lediglich eine Videobotschaft Blumes auf der Konzernwebsite, in der dieser die Inhalte der Beratungen, mögliche Werksschließungen und einen Stellenabbau jedoch nicht ansprach. Angaben zu einem möglichen Stellenabbau und Werksschließungen, über die Medien zuvor berichtet hatten, machte Volkswagen nicht.

Im Kern sieht der "Zukunftsplan" vor, die weltweite Produktionskapazität von zwölf auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr zu senken, die Zahl der Modelle im Konzern schrittweise um bis zu 50 Prozent zu reduzieren und die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent zu verringern. "Die Produktionskapazitäten werden an die veränderte globale Marktlage und den massiv gewachsenen Wettbewerb auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr angepasst", erklärte das Unternehmen.