Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat am Donnerstagnachmittag in Wolfsburg über einen Umbauplan von Konzernchef Oliver Blume beraten, der die Schließung von vier deutschen Werken bis 2034 und den Abbau von bis zu 100.000 Stellen vorsieht.

Die Sitzung begann am Nachmittag unter hohem Druck. Nach Informationen des "Spiegel" wollte Blume den Aufsichtsrat über ein Zielbild für 2030 informieren lassen, das einen beispiellosen Einschnitt in die deutsche Industriestruktur bedeutet. Demnach sollen das VW-Werk in Zwickau, das Werk in Emden, das Nutzfahrzeugwerk in Hannover sowie das Audi-Werk in Neckarsulm schrittweise stillgelegt werden. Insgesamt arbeiten in diesen vier Standorten rund 40.000 Menschen.

Der Aufsichtsrat ist seit dem überraschenden Ausscheiden der früheren Renk-Chefin Susanne Wiegand im Juni in einer Pattsituation. Auf der Kapitalseite sitzen aktuell neun statt zehn Mitglieder; der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch verfügt normalerweise dank seines Doppelstimmrechts über die Mehrheit. Die Arbeitnehmerseite und das Land Niedersachsen halten eigenen Angaben zufolge jedoch ebenfalls genügend Stimmen, um die Pläne zu blockieren.