Wolfsburg, 07 Juli 2026
Die IG Metall hat für Donnerstag zu einem bundesweiten Protesttag bei Volkswagen aufgerufen, um gegen verschärfte Sparpläne des Konzerns zu mobilisieren; an allen VW-Standorten sind Aktionen geplant.
Ausmaß der geplanten Einschnitte
Die Gewerkschaft teilte mit, dass an allen Standorten des Volkswagen-Konzerns Aktionen stattfinden sollen. In Wolfsburg ist eine Kundgebung direkt am Vorstandshochhaus geplant, bei der unter anderem Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprechen wird. "Die IG Metall ruft bei VW zum bundesweiten Protesttag gegen verschärfte Sparpläne auf. An allen Standorten sind Aktionen geplant", hieß es.
Am Porsche-Standort Stuttgart soll es einen Autokorso geben, bei Porsche Leipzig eine Fotoaktion. Bei Audi in Ingolstadt ist eine Flashmob-Aktion geplant, in Neckarsulm eine Aktion vor dem Werkstor. Auch an den MAN-Standorten München, Nürnberg und Salzgitter sind Aktionen geplant, ebenso bei der Software-Tochter Cariad. "Weitere Kundgebungen sind unter anderem in Emden, Zwickau, Hannover und Kassel vor dem Werkstor geplant. Mit dem größten Zuspruch rechnen die Veranstalter dabei in Zwickau und Emden", erklärte die Gewerkschaft.
Aktionen an Standorten und Töchtern
Anlass ist ein Bericht des "Manager Magazin", demzufolge VW seinen Sparkurs deutlich verschärfen will: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. "Laut 'Manager Magazin' will VW seinen Sparkurs deutlich verschärfen: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant", heißt es in dem Bericht. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland drohe sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Laut "Spiegel" könnte die Fahrzeugproduktion dort bis Ende 2034 auslaufen.
Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. VW bestätigte bisher nur, dass der Konzernvorstand "intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens" arbeite, nannte aber keine Details. Ziel sei eine "umfassende Transformation".