USA fliegt dritte Angriffsrunde auf Iran in dieser Woche – Straße von Hormus erneut gesperrt
Dubai, 12. Juli 2026
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Kurzfassung
Die USA haben nach eigenen Angaben eine dritte Angriffsrunde auf Ziele im Iran innerhalb einer Woche geflogen. Auslöser war ein Raketenbeschuss der iranischen Revolutionsgarden auf ein zyprisches Containerschiff in der Straße von Hormus, bei dem ein Besatzungsmitglied vermisst wird. Die Meerenge ist erneut bis auf Weiteres gesperrt.
Die US-Streitkräfte haben in der Nacht zum Mittwoch eine neue Angriffsrunde gegen Ziele im Iran geflogen – die dritte binnen einer Woche, wie der US-Sender CNN und andere Medien unter Berufung auf US-Vertreter berichten.
Hintergrund: Angriff auf zyprisches Containerschiff
Auslöser der erneuten Bombardierungen war nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom ein Angriff der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) auf ein unter zyprischer Flagge fahrendes Containerschiff in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Das für die Region zuständige Kommando erklärte, das Schiff sei angegriffen worden, ein ziviles Besatzungsmitglied werde vermisst, und der Frachter könne wegen eines Brandes und erheblicher Schäden am Maschinenraum die Fahrt nicht fortsetzen.
Ein US-Beamter bestätigte dem Journalisten Barak Ravid, dass die Revolutionsgarden eine Rakete auf ein Handelsschiff abgefeuert hätten, das versucht habe, die Straße von Hormus zu passieren. „Das Schiff sei getroffen und schwer beschädigt worden“, hieß es. Die US-Regierung äußerte sich zunächst nicht offiziell zu dem Vorfall.
Die Revolutionsgarden erklärten ihrerseits über ihren Telegram-Kanal Sepah News, das Schiff habe „die maritime Sicherheit in der Meerenge gefährdet“. Demnach hätten zuvor mehrere Schiffe versucht, eine nicht genehmigte Route zu befahren, und Aufforderungen der Garden ignoriert, ihre Route zu korrigieren. Auch habe die IRGC-Marine nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff in der Meerenge abgegeben und dieses gestoppt.
Iran sperrt die Meerenge
Infolge des Vorfalls teilten die Revolutionsgarden über iranische Staatsmedien mit: „Die Strasse von Hormus ist nach einem Zwischenfall bis auf Weiteres wieder gesperrt, wie die iranischen Revolutionsgarden über die Staatsmedien mitgeteilt haben.“ Eine Durchfahrt sei verboten. Die Sperrung gelte bis auf Weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region, hieß es in der Mitteilung weiter.
Die IRGC-Marine warnte zudem, keine „ausländische Einmischung“ bei der Festlegung von Schiffsrouten in der Meerenge dulden zu wollen. „Eine solche Einmischung würde ein entscheidendes Vorgehen von iranischer Seite nach sich ziehen“, hieß es. An die USA gewandt erklärt: „Sollte der ‚Aggressor‘ neue Angriffe gegen den Iran starten, werde man mit weiteren Angriffen auf ‚feindlich Stützpunkte‘ in der Region reagieren.“
Dritte US-Angriffsrunde in einer Woche
Die US-Angriffe, die auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump erfolgten, waren die dritte Runde binnen einer Woche. Wie CNN und andere Sender unter Verweis auf US-Vertreter berichteten, bombardierte das US-Militär erneut Ziele im Iran. Die USA hatten zuvor mehrfach Ölanlagen und militärische Einrichtungen der Islamischen Republik angegriffen, nachdem iranische Kräfte Tanker und Handelsschiffe in der Meerenge attackiert hatten.
Der Iran reagierte seinerseits mit Angriffen, die nach Medienberichten auch Kuwait, Bahrain und Jordanien trafen – drei Länder, die wichtige US-Militärbasen beherbergen. Die iranischen Streitkräfte griffen US-Stützpunkte in der Region wiederholt an. Es gibt Hinweise auf den Wiederaufbau einer iranischen Militärforschungsanlage.
Die Eskalation folgt auf eine Phase relativer Ruhe, die ein im Juni erzieltes Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran hatte einkehren lassen. Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll – darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. „Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus“, hieß es in dem Abkommen.
Rahmenabkommen und Waffenruhe – gescheitert?
Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die aber immer wieder gebrochen und von Trump nun für beendet erklärt wurde. Trump erklärte die Waffenruhe für beendet und stimmte gleichzeitig Gesprächen zu. US-Präsident Trump zeigt derweil Gesprächsbereitschaft, warnt aber auch vor neuen Angriffen.
Im Hintergrund steht der Tod des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei, der Ende Februar bei einem israelischen Angriff getötet wurde. Nach der Trauerfeier für seinen getöteten Vater droht Irans oberster Führer Mojtaba Chamenei mit Rache. „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen“, hieß es in einer Mitteilung, die Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wurde. Nach der Bestattung von Chamenei schwört Irans neue Führung Rache.
Diplomatische Bemühungen aus Oman
Die diplomatischen Bemühungen um die Meerenge laufen unterdessen weiter. Am Samstag empfing Omans Außenminister Badr al-Busaidi seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi, um über die Lage in der Straße von Hormus zu sprechen. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, beide hätten Ansichten über „geeignete Mechanismen zur Gewährleistung der sicheren Durchfahrt von Schiffen“ ausgetauscht. „Zuvor hatte der iranische Außenminister Araghtschi im Oman Gespräche über den Schiffsverkehr in der Meerenge geführt. Eine Einigung gab es den Angaben zufolge noch nicht.“
Nach Angaben von CNN, die sich auf informierte Personen berufen, schlug Oman einen Deal für sichere Schiffsrouten vor: eine Südroute durch omanisches Gebiet und eine Nordroute durch iranische Gewässer. Demnach würde die Nordroute vom Iran kontrolliert und freigegeben, für beide Routen sollen aber keine Gebühren fällig werden, so CNN. Der „Axios“-Reporter Barak Ravid bestätigte den Vorschlag auf X, es gebe aber noch keine Zusage.
Aus Oman hieß es, dass die Gespräche auf politischer und technischer Ebene weitergeführt werden sollen, berichtete die Nachrichtenagentur des Landes. Insider berichten zudem, dass die USA, der Iran, Katar und Pakistan eine Telefonkonferenz planen. „Die USA fordern Medienberichten zufolge, dass der Iran öffentlich die freie und sichere Schifffahrt in der Strasse von Hormus zusichert“, hieß es weiter.
Iranische Reaktion und Vergeltungsdrohungen
Washington habe Teheran Medienberichten zufolge eine Frist bis Samstag gesetzt, um öffentlich ein Ende der Attacken in der Meerenge zu erklären und zuzusichern, dass die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr geöffnet sei, berichteten die US-Nachrichtenportale Axios und „Politico“. Die USA setzten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft; das US-Finanzministerium friert Vermögenswerte iranischer Netzwerke ein, Sanktionen treffen auch Wechselstuben und Tarnfirmen.
Der Iran wies Trumps Darstellung zurück, Teheran habe um Verhandlungen mit den USA gebeten. Man sei aber einer Bitte eines regionalen Vermittlers nachgekommen, die aktuelle Lage zu erörtern, so der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghaei am Samstag. Während Trump in der Nacht auf Samstag in seinem sozialen Netzwerk Truth Social im Fall eines auf ihn verübten Mordanschlags dem Iran mit der „vollständigen“ Vernichtung drohte, berichteten US-Medien am Freitag, der israelische Geheimdienst habe Washington über einen neuen „konkreten“ iranischen Plan zur Ermordung Trumps informiert. Die US-Regierung habe zwar schon länger Geheimdiensthinweise auf mögliche Attentatspläne gegen Trump bekommen, „doch die Warnung aus Israel war neu und bezog sich auf ein konkretes Komplott“.
Die iranische Staatsführung kündigte „Rache“ für den Tod ihres obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei an. Die in Teheran erscheinende Zeitung „Hamshahri“, die der Stadtverwaltung von Teheran gehört, veröffentlichte am Samstag eine Liste mit vermeintlich Verantwortlichen für den Tod Ajatollah Ali Chameneis. Darauf zu sehen waren laut Zeitung Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die in einem orangefarbenen Häftlingsoverall abgebildet wurde, sowie Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, jeweils mit Zielscheiben auf der Stirn. „Auf der Liste wurden weiters der britische Premierminister Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der deutsche Kanzler Friedrich Merz sowie mehrere hochrangige US-amerikanische und israelische Regierungsvertreter angeführt.“
Diese Nachricht wurde am 12.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet; daneben lief die Meldung über den dpa-Newskanal. Zudem reagierten die Finanzmärkte: Der Goldpreis sank leicht auf 4107.22 US-Dollar je Feinunze. Die EU erwägt unterdessen Sanktionen wegen israelischer Siedlungspolitik, ein Vorgang, der nicht direkt mit dem Hormus-Zwischenfall zusammenhängt, aber in den Gesamtkontext der Spannungen fällt.
Ob die ohnehin fragilen Gespräche nach der neuen Eskalation fortgesetzt werden können, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung unklar. Der Iran erklärte, „bis zum Ende der US-Interventionen in der Region werde man keinem Schiff mehr die Durchfahrt gestatten“, womit die ohnehin angespannte Situation in einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt weiter zuspitzt wird.
Fragen & Antworten
Wer hat das Containerschiff in der Straße von Hormus angegriffen?
Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom und eines US-Beamten haben die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) ein unter zyprischer Flagge fahrendes Containerschiff in der Meerenge mit einer Rakete angegriffen und schwer beschädigt.
Warum hat die USA in dieser Woche erneut Ziele im Iran bombardiert?
Die US-Angriffe, die auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump erfolgten, waren nach US-Angaben eine Reaktion auf den Raketenbeschuss des zyprischen Containerschiffs durch die Revolutionsgarden; es ist die dritte Angriffsrunde binnen einer Woche.
Welche diplomatischen Bemühungen laufen aktuell zur Straße von Hormus?
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi führte Gespräche in Oman über die Schifffahrt in der Meerenge, eine Einigung gibt es den Angaben zufolge noch nicht; zugleich planen USA, Iran, Katar und Pakistan Insiderberichten zufolge eine Telefonkonferenz.
USA Iran Angriffe Hormus-Straße gesperrt Juli 2026 | finanz360