Die Vereinigten Staaten haben in der Nacht zum Mittwoch erneut ein militärisches Ziel im Iran angegriffen, das nach Angaben eines US-Regierungsvertreters eine Bedrohung für amerikanische Streitkräfte und die kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus darstellte.

Angriff trotz Waffenruhe

Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete kurz zuvor drei Explosionen nahe der Stadt Bandar Abbas an der strategisch wichtigen Wasserstraße. „Nahe der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus seien drei Explosionen zu hören gewesen“, hieß es in dem Bericht. Auch die Luftabwehr sei in der Region östlich von Bandar Abbas aktiviert worden.

Der US-Regierungsvertreter bestätigte den Angriff gegenüber mehreren US-Medien, darunter CNN und CBS News. Die angegriffene militärische Einrichtung habe eine unmittelbare Gefahr für US-Kräfte und die zivile Schifffahrt dargestellt. Das US-Militär habe zudem mehrere iranische Drohnen abgefangen und abgeschossen, die eine ähnliche Bedrohung darstellten.

Die erneuten Kampfhandlungen ereignen sich trotz einer seit Anfang April geltenden Waffenruhe. Ein US-Vertreter betonte gegenüber CBS News, dass diese Waffenruhe weiterhin in Kraft sei. Erst vor wenigen Tagen hatte es in der Region gegenseitige Angriffe zwischen den Konfliktparteien gegeben.

Bandar Abbas gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren Irans in der Golfregion und an der Straße von Hormus. Die Stadt beherbergt bedeutende Marine- und Luftwaffenstützpunkte. Iranische Medien hatten bereits in den vergangenen Tagen über Explosionen in der Region nach nächtlichen Feuergefechten mit dem US-Militär berichtet.

Diplomatische Bemühungen und politische Reaktionen

Die Verhandlungen über ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts dauern unterdessen an. Der Krieg, der ursprünglich nach Aussage von US-Präsident Donald Trump etwa vier Wochen dauern sollte, erstreckt sich mittlerweile über drei Monate.

Trump erklärte, er verspüre keinen Zeitdruck durch die im November anstehenden Zwischenwahlen zum US-Kongress. „Die Zwischenwahlen interessieren mich nicht“, wurde der Präsident zitiert. Die iranische Führung irre sich, wenn sie glaube, die Wahlen würden ihn zu einem Abkommen zwingen.

Auf iranischer Seite bekräftigte Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik im iranischen Parlament, die unveränderte Haltung Teherans. Iran werde sich von Trumps Rhetorik nicht von seinen roten Linien abbringen lassen.

Strategische Bedeutung der Region

Azizi nannte auf der Plattform X das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die Straße von Hormus und die Aufhebung von Sanktionen als zentrale Forderungen Irans. Diese Punkte seien für die Islamische Republik nicht verhandelbar.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird ein erheblicher Teil des globalen Öltransports abgewickelt. Die wiederholten Angriffe in dieser Region schüren internationale Sorgen vor einer Eskalation.

Die jüngsten US-Angriffe erfolgten nur wenige Stunden, nachdem iranische Medien Explosionen im Süden des Landes gemeldet hatten. Die genaue Art der getroffenen Anlage wurde von offizieller Seite nicht näher spezifiziert. Beobachter werten die anhaltenden Feindseligkeiten als Zeichen dafür, dass eine diplomatische Lösung noch in weiter Ferne liegt.