Das ungarische Parlament hat am vergangenen Montag mit 139 Stimmen eine Verfassungsänderung verabschiedet, die den Weg für die Absetzung von Präsident Tamás Sulyok freimacht.

Hintergrund: Sulyok und die Vorwürfe Magyars

Die Novelle wurde von Ministerpräsident Péter Magyar eingebracht, der seine Mitte-rechts-Partei Tisza anführt. Nach dem Parlamentsbeschluss setzte Magyar dem Staatschef eine Frist von fünf Tagen zur Gegenzeichnung. Sulyok hatte Magyars Vorwürfe zuvor als "unverständlich und verfassungswidrig" bezeichnet.

Magyar hatte bereits im Juni die Amtsenthebung Sulyoks in Aussicht gestellt. Er argumentierte mit einem "schweren Vertrauensverlust", den Sulyok erlitten habe. Sulyok hätte über das demokratische Funktionieren des Staates wachen sollen, so der neue Ministerpräsident: "Er tat aber gar nichts."

Magyar bezeichnete Sulyok als "Marionette" der abgewählten Regierung von Ex-Premier Viktor Orbán. Magyar hatte dem seit 2024 amtierenden Sulyok vorgeworfen, die Politik Orbáns mitgetragen zu haben.