Die österreichische Bundesregierung verhandelt angesichts wieder steigender Spritpreise über Anpassungen bei der seit April geltenden Preisbremse, wobei ÖVP und NEOS einem erneuten Margeneingriff skeptischer gegenüberstehen als die SPÖ.

Preise wieder nahe am März-Höhepunkt

Die Preise an den heimischen Zapfsäulen sind zuletzt wieder deutlich gestiegen. Am Dienstag kostete Diesel im österreichweiten Median 1,989 Euro je Liter und Benzin 1,864 Euro, geht aus Daten der E-Control hervor. Damit liegt der Benzinpreis nur noch knapp unter dem Höchststand von rund 1,9 Euro Ende März, als die Preise nach dem Beginn des Iran-Kriegs im Februar kurzzeitig explodiert waren. Zum Vergleich: In der Woche vor Kriegsbeginn im Februar hatte Benzin im Median noch 1,52 Euro pro Liter und Diesel 1,57 Euro gekostet.

Auslöser des neuerlichen Preisanstiegs ist eine Eskalation in der Straße von Hormus. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee stieg am Terminmarkt um über 3 Prozent auf rund 95 Dollar. Damit liegt das Brent-Öl auf dem höchsten Stand seit Anfang Juni. In der zweiten Juni-Hälfte und Anfang Juli war der Ölpreis wegen der Hoffnung auf eine anhaltende Waffenruhe im Nahen Osten Schritt für Schritt bis auf 70 Dollar gefallen. Die Ölpreise haben am Mittwochvormittag wegen der anhaltenden Angriffe der USA auf den Iran weiter zugelegt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Auslöser: Eskalation in der Straße von Hormus

Die im April eingeführte 10-Cent-Spritpreisbremse sollte ursprünglich Diesel und Benzin um zehn Cent pro Liter günstiger machen. Fünf Cent wurden aus einer Begrenzung der Margen der Ölkonzerne gespeist, weitere fünf Cent aus einer Senkung der Mineralölsteuer, die über die Mehreinnahmen bei der Umsatzsteuer finanziert wurde. Die Margenbegrenzung bei Spritpreisen, die in Wirtschaftskreisen für viel Aufregung sorgte, wurde bereits Anfang Juni von der Regierung aufgehoben. Die Margenbegrenzung fiel also im Juni ganz weg.