Berlin, 09 Juni 2026

Die SPD drängt darauf, die Binnengrenzkontrollen in Deutschland schrittweise zurückzufahren, sobald am Freitag die europäische Asylreform GEAS in Kraft tritt; die Union und Bundesinnenminister Dobrindt halten einen sofortigen Abbau jedoch für verfrüht.

Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hat sich im Vorfeld des Inkrafttretens der europäischen Asylreform für ein Ende der stationären Grenzkontrollen an den deutschen Binnengrenzen ausgesprochen. „Ich werbe dafür, nach dem 12. Juni Schritt für Schritt die Grenzkontrollen zurückzufahren“, sagte Fiedler der Mediengruppe Bayern. Er verwies auf den Koalitionsvertrag, in dem ein solcher Schritt vorgesehen sei, sobald die neuen Regeln greifen.

Fiedler verweist auf den Koalitionsvertrag

Fiedler begründete seine Forderung auch mit der Erwartung, dass das verschärfte Asylregelwerk der EU die Lage an den Außengrenzen entlaste. „Sofern dann durch das neue GEAS auch an den anderen Grenzabschnitten eine weitere Entspannung der Lage eintritt, müssen auch hier die Grenzkontrollen beendet werden“, sagte er. Zunächst solle an Abschnitten mit wenigen irregulären Übertritten begonnen werden, an denen die Kontrollen ohnehin nur geringe Wirkung entfalteten.