Berlin, 16 Juli 2026
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hat in einem Interview in Brüssel gefordert, die innereuropäischen Grenzkontrollen schrittweise abzuschaffen, und dies mit fallenden Migrationszahlen und neuen Asylregeln begründet.
Brunner sagte am Rande eines Gesprächs mit der Deutschen Presse-Agentur und anderen Agenturen des European Newsroom (enr), es sei „jetzt an der Zeit, die innereuropäischen Grenzkontrollen schrittweise abzuschaffen“. Mit dieser Position stellt sich der Österreicher ausdrücklich gegen die deutsche Linie: In Deutschland gelten die stationären Binnengrenzkontrollen, die im September 2024 angeordnet wurden, bis mindestens September fort.
Zur Begründung verwies Brunner auf zwei Entwicklungen. Erstens sei der Schutz der EU-Außengrenzen verbessert worden. Zweitens habe die EU-Grenzagentur Frontex in der ersten Jahreshälfte etwa ein Drittel weniger irreguläre Grenzübertritte an den Außengrenzen registriert. Zudem sei am 12. Juni die europäische Asylreform (GEAS) in Kraft getreten, die das Asylverfahren EU-weit vereinheitlicht.
Begründung aus Brüssel
Die deutschen Binnengrenzkontrollen waren seinerzeit von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) angeordnet worden. Ihr Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) hatte die Kontrollen im Mai des Vorjahres verschärft und sie seither mehrfach verlängert. Laut Brunners Angaben hat sich der deutsche Innenminister bislang nicht von den bis September geltenden Kontrollen distanziert.
