Der für Entbürokratisierung zuständige NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn hat am Donnerstag seinen ersten Entbürokratisierungsbericht vorgelegt und im ORF-Interview ZiB2 mit Moderator Martin Thür über den schleppenden Fortschritt der Deregulierung diskutiert.

Stand der Umsetzung: 43 von 113 Maßnahmen

Von den 113 Vorhaben zur Entschlackung des Staatsapparates seien immerhin 43 umgesetzt, sagte Schellhorn am Donnerstagabend in der ZiB2. Das erste Paket sei dazu gewesen, "die Dampflokomotive faktisch auf Volldampf zu bringen". Der Bericht selbst war bereits am Vormittag präsentiert worden, erstellt vom Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria um 15.467,67 Euro. "38 Prozent sind erledigt", fasste Schellhorn den Stand zusammen.

Den Vorwurf, dass 70 von 113 Maßnahmen noch auf ihre Umsetzung warten, konterte Schellhorn mit einer Mischung aus Selbstverteidigung und Koalitionshinweis. Er verstehe die Ungeduld, sagte er wörtlich: "Das ist eine berechtigte Kritik, ich verstehe Ihre Ungeduld." Die Verzögerungen seien der Koalitionslogik geschuldet: "Es hat einfach seine Vorläufe, drei Parteien müssen sich halt einigen, das ist eben die Koalitionsarbeit."

Konkret nannte er das Abfallwirtschaftsgesetz und eine Vereinfachung bei Volksbegehren als Beispiele für Deregulierungsmaßnahmen. Schellhorn sagte im Interview zudem: "Ich dereguliere mich auf keinen Fall." Auf die Frage, warum nach seinem "Reformpaket Sepp 1" kein "Sepp 2" folgte, antwortete der Staatssekretär: "Man wird im Leben auch gescheiter."