Die österreichische Koalitionsregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat sich auf ein Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 geeinigt, das Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) am Mittwoch im Nationalrat vorgestellt hat.

Sparziel und wirtschaftlicher Rahmen

Die Regierung verfolgt das Ziel, im Doppelbudget 2,5 Milliarden Euro einzusparen, um den Pfad zur Maastricht-Defizitquote von drei Prozent bis 2028 einzuhalten. Österreich hat sich mit der EU-Kommission darauf verständigt, das Defizit bis dahit auf 3 Prozent zu senken, andernfalls droht ein Verbleib im EU-Defizitverfahren. Derzeit liegt das Defizit bei 4,2 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Unter dem Motto „Aufschwung, Gerechtigkeit, Reformen“ soll unter anderem die größte offensive Maßnahme – eine Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028 im Volumen von zwei Milliarden Euro – teilweise durch Unternehmen selbst finanziert werden, nämlich über eine höhere Körperschaftsteuer und eine Bankenabgabe. Kürzungen im Familienbereich summieren sich auf rund 280 Millionen Euro, Einsparungen im Sozial- und Arbeitsmarktsektor auf 664 Millionen Euro. Bei den Pensionen will die Regierung 2027 und 2028 durch eine unter der Inflationsrate liegende Anpassung 550 Millionen Euro lukrieren.