Moskau, 20 August 2026

Angesichts anhaltender Angriffe auf Ölraffinerien und einer vom Kreml ausgerufenen Pause für den Benzin-Export steuert Russland auf eine zweite Welle der Treibstoffkrise zu, die Experten als deutlich schwerwiegender einschätzen als die erste.

Bereits seit Wochen bilden sich an Tankstellen in mehreren russischen Regionen kilometerlange Warteschlangen. Nun warnen Beobachter, dass sich die Lage weiter zuspitzen wird. Nach Einschätzung des Ökonomen Wladislaw Schukowski ist die zweite Welle der Krise erheblich schlimmer als die erste. „Ich würde sagen, dass die zweite Welle der Treibstoffkrise wesentlich schlimmer, viel massiver und potenziell verheerender ist als die erste Welle", erklärte er.

Auslöser der Krise

Die Ursachen sind nach Angaben russischer und westlicher Experten vielschichtig. Wiederholte Angriffe auf Ölraffinerien haben die Verarbeitungskapazitäten des Landes verringert. Gleichzeitig steigt die Nachfrage, da Landwirte für die Erntezeit und Reisende für die Sommersaison verstärkt Treibstoff benötigen. Auch der Exportstopp für Benzin, den die Regierung zuvor verhängt hatte, konnte die Versorgung im Inland bislang nicht stabilisieren.