Stuttgart, 01 Juli 2026
Rund 90.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz in Deutschland erhalten im Juli die tarifliche Sonderzahlung nicht wie vereinbart; die Gewerkschaft IG Metall hat deshalb für diesen Freitag zu Protesten an mehreren Standorten aufgerufen.
Der Autobauer Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs und stellt eine zentrale tarifliche Leistung für den Großteil seiner Belegschaft in Deutschland vorerst zurück. Wie aus Mitteilungen der IG Metall hervorgeht, sind rund 90.000 der etwa 108.000 Beschäftigten in Deutschland von der Verschiebung der jährlichen Sonderzahlung betroffen, die als „Transformationsbaustein" rund 18,4 Prozent eines regulären Monatsgehalts ausmacht. Statt im Juli soll die Zahlung erst im folgenden Jahr ausgezahlt werden.
Der Konzern begründet den Schritt mit einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Wie das Unternehmen in einem Schreiben des Vorstands an die Belegschaft formulierte, müsse „weiterhin mit Hochdruck die Kosten senken". „Trotz all unserer Anstrengung ist die Situation heute in Deutschland dramatisch", heißt es in dem Brief weiter. Die Geschäftsleitung kündigte an, Prozesse „radikal beschleunigen" und gewachsene Strukturen „verschlanken" zu wollen. Außerdem solle „die Arbeitsstunde günstiger" werden; „der direkteste und in unseren Augen fairste Weg" sei, „in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr" zu arbeiten.
