Der innerparteiliche Konflikt in der größten türkischen Oppositionspartei CHP hat sich am Samstag in Ankara mit parallelen Massenkundgebungen des abgesetzten Vorsitzenden Özgür Özel und des gerichtlich eingesetzten Interimschefs Kemal Kılıçdaroğlu zugespitzt.

Ein Gericht in Ankara hatte vor rund zehn Tagen den Parteitag der CHP aus dem Jahr 2023 annulliert, auf dem Özel zum Vorsitzenden gewählt worden war. Als Begründung wurden angebliche Unregelmäßigkeiten angeführt. Das Gericht setzte daraufhin den 77-jährigen früheren Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu vorläufig wieder als Parteichef ein.

Özel, der das Urteil als politisch motiviert bezeichnet, sprach am Samstag von einem Busdach im Güvenpark, mehrere Kilometer vom CHP-Hauptquartier entfernt. Vor Tausenden Anhängern erklärte er, dass es keinen CHP-Chef ohne demokratisches Mandat geben könne. „Es könne aber keinen CHP-Chef ohne demokratisches Mandat geben“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur.