Zum zehnten Jahrestag des gescheiterten türkischen Putschversuchs erinnern sich drei in Nordrhein-Westfalen lebende Menschen mit türkischen Wurzeln an die Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 und schildern, wie das Ereignis ihr Leben und die Community bis heute prägt.
Hintergrund der Putschnacht
In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 positionierten sich Teile des Militärs in Ankara und Istanbul gegen die Regierung und riefen zum Aufstand auf. „Zivilisten“ und regierungsnahe Sicherheitskräfte stellten sich den Putschisten entgegen. Am Ende wurden mehr als 250 Menschen getötet, bevor der Aufstand niedergeschlagen wurde. Erstmals in der Geschichte der türkischen Republik führte ein Putschversuch nicht zu einem Machtwechsel.
Präsident Recep Tayyip Erdoğan wandte sich in der Nacht über eine Smartphone-Schalte an seine Anhänger und rief sie auf, auf die Straße zu gehen. Die Moderatorin des staatlichen Senders TRT war damals von den Putschisten gezwungen worden, ihre Erklärung zu verlesen. Am Morgen hatte Erdoğan die Lage wieder unter Kontrolle – und bezeichnete den gescheiterten Putsch später als „Geschenk Gottes“.
