Zum zehnten Jahrestag des gescheiterten Putschversuchs vom 15. Juli 2016 plant die türkische Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in der ganzen Türkei Feiern unter dem Motto "Unser Wille – unser Sieg".

Die Nacht des Putschversuchs

Am Abend des 15. Juli 2016 hatten Teile des Militärs gegen die Regierung unter Erdoğan geputscht. In Istanbul und der Hauptstadt Ankara kam es zu Gefechten zwischen Putschisten und regierungstreuen Sicherheitskräften. Die Putschisten feuerten mit Panzern und Kampfjets auch auf Zivilisten, die sich ihnen nach einem Aufruf Erdogans entgegenstellten. Auch das Parlamentsgebäude in Ankara wurde beschossen. In der Nacht gab es mehr als 250 Todesopfer und mehr als 2.000 Verletzte.

Erdogan selbst entkam nur knapp einem Attentat an seinem Urlaubsort Marmaris. Noch in der Putschnacht sprach er von einem "Geschenk Gottes". Wenig später rief er den Ausnahmezustand aus, der erst im Juli 2018 endete. Er machte den inzwischen verstorbenen islamischen Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger für den Umsturzversuch verantwortlich. Gülen, der bis zum öffentlichen Bruch 2013 mit Erdogan verbündet war und seit 1999 im US-Staat Pennsylvania lebte, hatte seine Beteiligung stets abgestritten. Er starb 2024.