Die EU-Kommission hat am Mittwoch die Übernahme des Medienkonzerns Warner Bros. Discovery durch Paramount unter bestimmten Auflagen kartellrechtlich gebilligt.
Die Entscheidung aus Brüssel markiert einen der wichtigsten Schritte in dem seit Monaten diskutierten Zusammenschluss zweier großer Unterhaltungskonzerne. Nach Einschätzung der Wettbewerbsbehörde bleiben die Märkte für Filmproduktion, -verleih und Streaming in Europa auch nach dem Zusammenschluss hinreichend wettbewerblich, sofern die von Paramount vorgelegten Zusagen eingehalten werden. Paramount hatte im Vorfeld umfangreiche Zugeständnisse angeboten, um Bedenken der Behörde auszuräumen.
Warner Bros. Discovery bringt in den Deal neben dem Filmstudio Warner Bros. auch den Streaming-Dienst HBO Max, die Sendergruppe CNN und eine umfangreiche Bibliothek an Film- und Serienrechten ein. Paramount steuert unter anderem das Filmstudio Paramount Pictures sowie das eigene Streaming-Angebot Paramount+ bei. Durch den Zusammenschluss entsteht nach Berechnungen aus Branchenkreisen ein Unternehmen, das in Europa künftig eine deutlich größere Rolle bei der Produktion und dem Vertrieb von Filmen sowie Serien spielen dürfte.
Hintergrund des Zusammenschlusses
Im Mittelpunkt der kartellrechtlichen Prüfung stand die Frage, ob Paramount nach dem Zukauf eine zu dominante Marktstellung im Bereich des Filmverleihs in Europa erhalten würde. Die Behörde untersuchte dabei insbesondere die Rolle von United International Pictures, einem gemeinsamen Vertriebsunternehmen von Paramount und Universal Pictures. Um Bedenken in diesem Bereich zu zerstreuen, hatte Paramount bereits im Vorfeld strukturelle Zusagen gemacht, die nun Eingang in die Genehmigungsentscheidung fanden.
