Die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten haben sich am Dienstag in Brüssel grundsätzlich darauf geeinigt, den vorübergehenden Schutzstatus für ukrainische Vertriebene bis zum 4. März 2028 zu verlängern, wehrpflichtige Männer zwischen 23 und 60 Jahren jedoch von Teilen der Erleichterungen auszuschließen.

Hintergrund: Warum die EU den Schutz 2022 aktivierte

Der derzeitige Schutzstatus, den die EU im März 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aktiviert hatte, läuft im März 2027 aus. Mit der am Dienstag erzielten Einigung der Botschafter wird die Frist nun um rund ein weiteres Jahr bis zum 4. März 2028 verlängert. Der Rat der EU-Mitgliedstaaten teilte mit: „Die grundsätzliche Einigung soll in den kommenden Wochen formal beschlossen werden." Zudem wird erwartet, dass der Beschluss in der nächsten Woche förmlich angenommen und dann im Amtsblatt der EU veröffentlicht wird, wo er am Folgetag in Kraft tritt.

Die EU-Kommission hatte die Verlängerung vorgeschlagen, weil der Schutzbedarf für aus der Ukraine fliehende Menschen nach wie vor „clearly evident" sei. Nach Angaben des Rates erhalten derzeit fast 4,4 Millionen Vertriebene aus der Ukraine vorübergehenden Schutz in der EU. Die meisten von ihnen leben in Deutschland, Polen und Tschechien. Rund 94.100 ukrainische Staatsbürger sind demnach derzeit in Österreich registriert. Bei der Mehrheit der Vertriebenen handelt es sich um Frauen und Kinder, rund ein Viertel sind Männer.