Die drei österreichischen Regierungsparteien SPÖ, ÖVP und Neos haben sich am Sonntag auf ein Paket neuer Medienförderungen geeinigt, das laut Medienministerium mit 55 Millionen Euro an frischem Geld ausgestattet ist.

Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sprach bei der Präsentation des Pakets am Montag von einem "sehr neuen Zeitalter der Medienförderung". Das Ministerium hatte die Einigung am Wochenende zuvor erzielt, wie der "Standard" berichtete. Mit dem Beschluss im Umlauf wurde ein wochenlanger Streit innerhalb der Koalition beigelegt, in dem die SPÖ dem Koalitionspartner ÖVP eine "Blockade-Haltung" vorgeworfen hatte.

Zustellförderung als Kernstück

Kern des Pakets ist eine neue Zustellförderung für Tages- und Wochenzeitungen, die den Abonnenten bis zur Haus- oder Wohnungstür zugestellt werden. Ab 2027 sind dafür 25 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen, wobei der Zuschuss bis zu 50 Prozent der nachgewiesenen Zustellkosten abdecken darf. Pro zugestelltem Abo-Exemplar gibt es 16 Cent bis zu einer Jahresauflage von neun Millionen Stück, darüber und bis 26 Millionen Jahresauflage sieben Cent pro Exemplar und darüber noch 1,6 Cent. Die auflagenstärkste Zeitung, die Kronen Zeitung, dürfte nach ersten groben Berechnungen rund 4,8 Millionen Euro erhalten.