Die Besetzung der ORF-Generaldirektion sorgt für politische Diskussionen und mehrere Bewerbungen, darunter von Markus Breitenecker und Lisa Totzauer.
Laut österreichischer Verfassung entscheiden die 35 Mitglieder des ORF-Stiftungsrats unabhängig und ohne Weisung über die ORF-Führung. Doch aktuell gibt es Kritik an politischer Einflussnahme.
Markus Breitenecker, ehemaliger ProSiebenSat1-Vorstand, hat seine Bewerbung für die ORF-Generaldirektion bekannt gegeben. In einem dreiminütigen Video auf LinkedIn erklärte er: "Ich gebe hiermit meine Bewerbung als Generaldirektor des ORF bekannt".
Breitenecker betonte die Bedeutung des ORF für Österreich: "Es geht bei dieser Aufgabe um viel für Österreich und vielleicht um alles für den ORF und den Medienstandort." Sein Konzept trägt den Titel "Ein souveräner ORF. Vom Marktführer zum Marktmotor".
Auch Lisa Totzauer, ORF-Magazinchefin, hat ihre Kandidatur bekannt gegeben. Sie sieht den ORF in einer grundlegenden Krise und fordert Reformen.
Bewerbungen und Visionen
Der Widerstand unter den 35 Stiftungsräten wächst, Teil eines "unwürdigen Schauspiels" zu sein. Sie weisen darauf hin, dass die Wahlen geheim seien – à la: "Ihr sagt mir nicht, was ich zu tun habe".
Ingrid Thurnher, interimistische ORF-Generaldirektorin, erhielt im April 31 von 35 Stimmen. Die ÖVP hat jedoch signalisiert, dass sie nicht ihre Kandidatin für die nächste Amtszeit ab 2027 ist.
Clemens Pig, seit zehn Jahren APA-Chef, präsentierte seine Vision für die Zukunft des ORF auf einem Mediengipfel in Seefeld. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti freute sich über Pigs Bewerbung.
Politische Einflussnahme
Am Donnerstagabend demonstrierten 100 bis 200 Menschen vor dem Bundeskanzleramt für einen unabhängigen ORF. Der neue EU-Medienfreiheitsgesetz verlangt transparente und nachvollziehbare Wahlen für ORF-Direktoren.
Susanne Riess-Hahn, Generaldirektorin von Wüstenrot, wurde vom Bundeskanzler zum Kaffee eingeladen, um über die ORF-Führung zu sprechen. Markus Breitenecker dementierte hingegen ein solches Treffen.
