Der Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW), Andreas Kranebitter, hat sich im APA-Sommerinterview für ein Verbot der Identitären als Organisation ausgesprochen und die Polizei untersagte eine für Samstag in Wien geplante Demonstration der Gruppierung.
Die Polizei hatte das geplante Aufmarsch der Identitären in Wien am Donnerstag mit der Begründung verboten, dass bereits eine Gegendemonstration angemeldet war und die Identitären ihre Route nicht ändern wollten. Kranebitter bezeichnete diesen Schritt als "großen Erfolg" und als "wichtigen Erfolg der Demokratie", wie aus dem Interview hervorgeht. Die Gruppierung rief ihrerseits auf ihren Plattformen dazu auf, nicht nach Wien zu kommen.
Polizei verbietet Demonstration in Wien
Kranebitter wörtlich: "Nicht nur die Demo, sondern die Identitären als solche sollten verboten werden." Er argumentierte, die Bewegung sei kein Phänomen der "Neuen Rechten", sondern rechtsextrem und gewaltaffin. "Diese Idee, dass Neurechte nichts mit Gewalt zu tun hätten, ist einfach immer schon falsch gewesen. Die Identitären sind nicht gewaltfrei. Und sie sind auch nicht neu rechts, sie sind rechtsextrem und gewaltaffin." Auch als "faschistische Organisation" könne man die Identitären "durchaus klassifizieren", so der DÖW-Leiter.
