Die Onlineplattformen Temu, Shein und AliExpress haben im zweiten Quartal 2026 einen Rekordanteil von 5,3 Prozent am deutschen Onlinehandel erreicht, während der Gesamtmarkt lediglich um 5,1 Prozent wuchs.
Rekordanteil bei Mode und Bekleidung
Zwischen April und Juni steigerten die asiatischen Portale ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 20 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro. Damit entfielen nach Angaben des Handelsverbands HDE inzwischen mehr als 16 Prozent aller Bestellungen im Online-Modehandel auf Anbieter wie Shein und Temu.
Der Gesamtmarkt wuchs hingegen lediglich um 5,1 Prozent. Der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Martin Groß-Albenhausen erklärte die Entwicklung mit der Preispolitik der Anbieter: „Die asiatischen Plattformen sind vor allem wegen ihrer niedrigen Preise beliebt".
Alien Mulyk, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (BEVH), sieht darin auch eine strategische Reaktion auf verschärfte Zollregeln. „Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen", sagte Mulyk. Damit umgehen die Plattformen die seit kurzem geltenden Zollabgaben, die auch für Bestellungen unter 150 Euro anfallen.
