Brüssel, 01 Juli 2026

Die Europäische Union führt ab Mittwoch einen neuen Zoll auf Päckchen aus Ländern außerhalb der EU ein: Pro Produktkategorie in einer Sendung fallen pauschal drei Euro an, womit die bisherige Zollfreigrenze für Waren unter 150 Euro entfällt.

Ausmaß der Paketflut

Die EU-Kommission begründet den Schritt mit einer Paketflut, die in den vergangenen Jahren mit der Beliebtheit von Onlinehändlern wie Shein und Temu gewachsen ist und für Probleme in den Zollbehörden sorgt. "Im vergangenen Jahr kamen nach Zahlen der EU-Kommission 5,9 Milliarden Sendungen im Wert von je unter 150 Euro an", heißt es aus Brüssel. Das sind 16 Millionen Pakete pro Tag – viermal so viele wie 2022 (1,39 Milliarden).

Konkret bedeutet die Neuregelung: Bislang galt eine Ausnahme für Lieferungen mit einem Wert von unter 150 Euro. "Diese Freigrenze ist nun abgeschafft", teilte die Kommission mit. "Auf sie wurde kein Zoll erhoben" – das ändert sich mit dem 1. Juli. Für ein Päckchen mit einem T-Shirt und einer Haarspange werden beispielsweise sechs Euro fällig, "Enthält ein Päckchen ausschließlich mehrere T-Shirts, bleibt die Abgabe bei drei Euro."