ZDF-Politbarometer: Große Mehrheit der Deutschen lehnt Reformen der Bundesregierung ab
Berlin, 17. Juli 2026
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Kurzfassung
Laut dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer sieht eine klare Mehrheit der Deutschen die Reformen der Bundesregierung kritisch. Nur 30 Prozent halten die Richtung für richtig, 63 Prozent widersprechen – und 81 Prozent empfinden die geplanten Belastungen als ungerecht verteilt.
Laut dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer" sieht eine klare Mehrheit der Deutschen die Reformen der Bundesregierung kritisch und hält die geplanten Belastungen für ungerecht verteilt.
Die Bundesregierung hat ein Reformpaket geschnürt – doch in der Bevölkerung stößt es auf deutliche Ablehnung. Lediglich 30 Prozent glauben laut dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer", dass die Reformen eher in die richtige Richtung gehen. Dagegen sehen das 63 Prozent nicht so. Besonders ausgeprägt ist in der Bevölkerung die Auffassung, dass die geplanten Belastungen eher ungerecht (81 Prozent) verteilt sind, zwölf Prozent halten sie für eher gerecht. Diese Meinung vertraten 81 Prozent der Befragten.
Auch die Arbeit der Regierung selbst wird überwiegend negativ bewertet. Weiterhin meint eine fast unveränderte Mehrheit (68 Prozent), dass die Bundesregierung ihre Arbeit eher schlecht macht, nur 27 Prozent bewerten sie mit „eher gut". Mit 70 Prozent sind immer noch sehr viele mit der Arbeit des Bundeskanzlers unzufrieden (zufrieden: 27 Prozent).
Bewertung der Regierungsarbeit
Die Zusammenarbeit der Koalitionspartner Union und SPD sehen die Befragten ebenfalls kritisch. So glauben die meisten Befragten (71 Prozent), dass die Zusammenarbeit von Union und SPD in der Bundesregierung eher schlecht ist (eher gut: 23 Prozent). Das sehen auch die Anhänger der Union (56 Prozent) und der SPD (61 Prozent) mehrheitlich so.
Bei den Parteianhängern fällt das Bild gespalten aus. Lediglich die Anhänger der Union (66 Prozent zu 25 Prozent) und der SPD (51 Prozent zu 43 Prozent) befürworten diese mehrheitlich. Die Anhänger der FDP sind geteilter Meinung und die von AfD, Grünen und Linken sind mehrheitlich ablehnend. Dagegen erklärten sich die Anhänger von AfD, Grünen und Linken der Umfrage zufolge mehrheitlich skeptisch.
Haltung der Parteianhänger
Die Gesundheitsreform, die letzte Woche eine parlamentarische Mehrheit gefunden hat, stößt ebenfalls auf Skepsis. Bei den Befragten ist aber eine sehr deutliche Mehrheit (79 Prozent) der Meinung, dass die beschlossenen Maßnahmen keinen wichtigen Beitrag zur Lösung der finanziellen Probleme im Gesundheitswesen leisten werden. Lediglich 17 Prozent sind da optimistisch.
Gesundheitsreform und Koalitionsstil
Nach dem großen Reformpaket blieben für Friedrich Merz und die Koalition natürlich die streitbaren Themen, es werde aber gerade in anderem Stil gestritten, sagt Wulf Schmiese.
Im Politbarometer-Projektion liegt die AfD vorn: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU auf nur noch 23 Prozent (minus eins) und die AfD auf 27 Prozent (minus eins). Die SPD würde zwölf Prozent (minus eins) erreichen, die Grünen kämen auf 14 Prozent (plus zwei). Die Linke erhielte 13 Prozent (plus zwei), die FDP vier Prozent (unverändert). Alle anderen Parteien zusammen würden sieben Prozent (minus eins) erreichen.
AfD in den Umfragen und vor den Landtagswahlen
Im September sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die AfD will dort die absolute Mehrheit gewinnen. Nur 22 Prozent aller Befragten (Ost: 31 Prozent) fänden es gut, wenn die AfD nach diesen Wahlen in einem ostdeutschen Bundesland den Ministerpräsidenten stellen würde. 66 Prozent (Ost: 57 Prozent) fänden das nicht gut – elf Prozent (Ost: elf Prozent) wäre das egal.
USA-Iran-Konflikt und wirtschaftliche Sorgen
Inzwischen haben die Kampfhandlungen zwischen den USA und Iran wieder deutlich zugenommen. Die USA haben erneut Iran angegriffen. „Die Absicht ist, Iran weiter unter Druck zu setzen", sagt ZDF-Korrespondent David Sauer. Eine sehr deutliche Mehrheit (86 Prozent) geht davon aus, dass durch diesen Krieg großer oder sehr großer Schaden für die Wirtschaft in Deutschland entsteht (kein großer Schaden: elf Prozent). Nur zwölf Prozent glauben, dass sich die militärischen Auseinandersetzungen in der nächsten Zeit wieder beruhigen werden, 84 Prozent haben diese Hoffnung nicht.
Klimawandel und Politiker-Ranking
Beim Thema Klimawandel zeigt sich ein breiter Konsens: Inzwischen glauben 71 Prozent, dass dieses heiße Sommerwetter eine Folge des Klimawandels ist und nur 26 Prozent halten das für normale Temperaturschwankungen. Im ebenfalls relativ heißen Sommer 2015 waren die Meinungen darüber unter allen Befragten noch geteilt. Lediglich die Anhänger der AfD glauben mit deutlicher Mehrheit (72 Prozent zu 24 Prozent), dass die hohen Sommertemperaturen nicht Folge des Klimawandels sind.
Im Politiker-Ranking des Politbarometers liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius mit der Note 1,5 vorne. Es folgen Cem Özdemir mit 0,9 (1,0) und Johann Wadephul mit 0,1 (0,3). Danach beginnt der Negativbereich: Heidi Reichinnek mit minus 0,7 (minus 0,8), Lars Klingbeil ebenfalls mit minus 0,7 (minus 0,4), Bärbel Bas mit minus 0,9 (minus 0,7), Markus Söder mit minus 1,0 (minus 0,7), Friedrich Merz mit minus 1,6 (minus 1,3) und Katherina Reiche mit minus 1,8 (minus 1,5). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,5 (minus 2,4).
Methodik der Umfrage
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Dafür wurden 1284 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte vom 14. bis 16. Juli telefonisch und online befragt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 14. bis 16. Juli 2026 bei 1.284 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 31. Juli 2026. (AFP)
Fragen & Antworten
Wie bewertet die Mehrheit der Deutschen die Reformen der Bundesregierung?
Laut dem ZDF-Politbarometer glauben nur 30 Prozent, dass die Reformen in die richtige Richtung gehen, während 63 Prozent das nicht so sehen. 81 Prozent halten die geplanten Belastungen für ungerecht verteilt.
Welche Partei liegt in der Politbarometer-Projektion vorne?
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die AfD auf 27 Prozent und läge damit vor der CDU/CSU mit 23 Prozent. SPD (12 Prozent), Grüne (14 Prozent), Linke (13 Prozent) und FDP (4 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand.
Wie wurde die Politbarometer-Umfrage durchgeführt?
Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 14. bis 16. Juli 2026 insgesamt 1.284 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.
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