Im historischen Folterprozess am Landesgericht Wien wird am Montagnachmittag das Urteil gegen zwei ehemalige syrische Funktionsträger erwartet, denen schwere Menschenrechtsverletzungen während der syrischen Revolution zur Last gelegt werden.
Anklage und Hintergrund
Nach 13 Verhandlungstagen steht der als historisch geltende Wiener Folterprozess vor dem Abschluss. Angeklagt sind der frühere Brigadegeneral Khaled Al-Halabi und der frühere Polizeibeamte Moussab Abou R. Beide lebten zuletzt in Österreich. Im Fall von anklagekonformen Schuldsprüchen drohen den Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft.
Dem Erstangeklagten Khaled Al H. werden vom Staatsanwalt die Verbrechen der Folter, der schweren Nötigung, der geschlechtlichen Nötigung und eine Vielzahl an schweren Körperverletzungen zur Last gelegt. Der Zweitangeklagte Moussab Abou R. hat sich wegen schwerer Körperverletzung, schwerer Nötigung sowie geschlechtlicher Nötigung zu verantworten. Die beiden bemühten sich vor Gericht, ihre jeweilige Funktion im syrischen Staatsapparat klein zu reden.
