Ein 23-jähriger Mann, der von Anfang Jänner bis Mitte April als Chauffeur für falsche Polizisten in Wien tätig war, ist am Donnerstag am Landesgericht Wien zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt worden.

Der Angeklagte war geständig, redete seine Verantwortung aber klein. Er habe sich "schlecht gefühlt" und "nächtelang nicht schlafen können", sagte er vor Gericht. Zugleich behauptete er, er sei nämlich "nur gefahren" und habe "die Adressen bekommen". Dem widersprach die vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung deutlich: Sie wollten ohne viel Aufwand Geld verdienen und nicht normal arbeiten gehen, meinte sie.

Die fünf Fälle, die dem Chauffeur vor Gericht zur Last gelegt werden, belaufen sich auf einen Gesamtschaden von 270.000 Euro. In zumindest fünf Fällen chauffierte der 23-Jährige die falschen Polizisten herum und wartete im Auto, bis diese von den hochbetagten Opfern "ihre Lebensersparnisse übergeben bekommen haben", wie der Staatsanwalt sagte. Einer Betroffenen wurden 135.000 Euro in bar abgenommen, einer weiteren Person mindestens 80.000 Euro.