Am Mittwoch werden die Urteile im Prozess gegen den ehemaligen Chefinspektor des aufgelösten Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Egisto Ott, sowie einen mitangeklagten Forensiker erwartet.

Vorwürfe im Detail

Egisto Ott steht wegen schwerwiegender Vorwürfe vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Interesse des russischen Geheimdienstes FSB ohne offizielle Aufträge Personendaten abgefragt zu haben. Ein zentraler Anklagepunkt betrifft mehrere Diensthandys hochrangiger Beamter des Innenministeriums, die 2017 bei einem Bootsausflug in Tulln ins Wasser gefallen waren. Diese sollen über Ott und den ehemaligen Wirecard-Manager Jan Marsalek den Weg zum FSB gefunden haben.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Ott habe einen Laptop mit geheimdienstlichen Informationen eines EU-Staates an Vertreter des russischen Nachrichtendienstes übergeben. Dafür soll er 20.000 Euro erhalten haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, nach dem Berliner Tiergartenmord im August 2019 eine „Fehleranalyse“ für den russischen Geheimdienst erstellt zu haben. Bei dem Mord war ein russischer Geheimagent auf einen im Exil lebenden Tschetschenen angesetzt worden.