Ein Waldbrand im Müritz-Nationalpark hat sich auf mehr als 200 Hektar ausgebreitet, die Ortschaft Granzin mit knapp 400 Einwohnern ist weiterhin evakuiert und rund 330 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.
Was ist neu seit dem 14. Juli
Update vom 15. Juli 2026: Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark bei Waren hat sich weiter ausgebreitet. Nach Angaben des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte sind inzwischen mehr als 200 Hektar Waldfläche betroffen, wie am Mittwoch in Neubrandenburg mitgeteilt wurde. Der Deutschlandfunk berichtete am 15.07.2026 über die Lage.
Lage und Auslöser des Brandes
Was ist neu seit dem 14. Juli: Die Brandfläche ist auf zuletzt rund 150 Hektar beziffert worden und wuchs laut Landkreis weiter auf mehr als 200 Hektar an. Die Feuerfront befand sich am Mittwoch zuletzt etwa 1,4 Kilometer von Granzin entfernt. Die Einsatzleitung setzt Hoffnung auf angekündigten Regen, der frühestens für Donnerstag, wahrscheinlicher erst für Freitag erwartet wird. Die Evakuierung Granzins wurde aufrechterhalten, zeitweise hatten Bewohner ihre Häuser wieder betreten dürfen, bevor sie am Dienstagabend erneut fliehen mussten.
Einsatzkräfte und Verstärkung
Lage und Auslöser: Das Feuer war am Montagabend nach bisherigen Erkenntnissen in der Nähe des Aussichtsturms auf dem Käflingsberg ausgebrochen und hatte sich aufgrund von Trockenheit und Wind rasch ausgebreitet. Innerhalb weniger Stunden waren rund 24 Hektar betroffen, bevor die Fläche in der Folge deutlich anwuchs. Der Brandort liegt laut Landkreis auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, der mit alter Munition kontaminiert ist, weshalb im Wald wiederholt Explosionen zu hören sind.
Evakuierung von Granzin, Krienke und Speck
Einsatzkräfte und Verstärkung: Nach Angaben des Landkreises sind etwa 330 Feuerwehreinsatzkräfte vor Ort. „Etwa 330 Feuerwehreinsatzkräfte seien derzeit vor Ort", hieß es aus dem Kreishaus. Bereits am Montagabend waren Verstärkungskräfte aus anderen Landkreisen eingetroffen, darunter ein Spezialfahrzeug der Insel Rügen für die Waldbrandbekämpfung. Zudem halten zwei erweiterte Feuerwehreinheiten aus den Landkreisen Rostock und Vorpommern-Greifswald weiterhin Stellung. Anfangs waren laut Landkreis rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz gewesen.
Notunterkunft in Peckatel
Evakuierung und Hilfsangebote: Am Montagabend war Granzin vollständig evakuiert worden. Am Dienstagabend mussten die Bewohner ihre Häuser erneut verlassen, als eine Winddrehung die Flammen wieder in Richtung der Siedlung drückte. Auch die Dörfer Krienke und Speck wurden evakuiert. Die Polizei war nach Angaben des Landkreises von Tür zu Tür gegangen und hatte die Menschen aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Bedürftige wurden beim Verlassen ihrer Häuser von Feuerwehrleuten begleitet.
Sicherheitsabstand und Beregnungstechnik
Notunterkunft und Versorgung: Als Notunterkunft steht das Gemeindehaus in Peckatel zur Verfügung. Der Leiter des Rettungsdienstes, David Bäcker, erklärte: „Die Bewohner sind es ja auch durch den gestrigen Tag gewohnt [...] Dennoch ist es natürlich eine besondere Situation für sie. Wir haben in der Notunterkunft Feldbetten vorbereitet, die auch eine Möglichkeit zum Schlafen bieten, entweder schon jetzt oder auch für Nächte. Andernfalls haben wir auch Getränke- und Essensversorgung vor Ort, sodass es allen Betroffenen auch gut gehen kann bei uns".
Bürgertelefon und Verhaltenshinweise
Sicherheitsabstand und Technik: Wegen der Explosionsgefahr durch alte Munition müssen die Einsatzkräfte einen Sicherheitsabstand von etwa 1.000 Metern einhalten und können den Brandbereich nicht direkt betreten. Technische Maßnahmen wie Beregnungsanlagen können laut Landkreis nur aus sicherer Distanz aufgebaut werden. Der Landkreis hat deshalb bundesweit weitere mobile Kreisregner angefordert: „Es sei bundesweit eine Anfrage nach weiteren Kreisregnern gestellt worden", so der Landkreis.
Verkehr und Ausweichrouten
Bürgertelefon und Hinweise: Für Betroffene und Anwohner hat der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte eine Bürgerhotline unter den Nummern (0395) 57087-8230, -8070 und -8190 eingerichtet. Anwohner im Umkreis wurden wegen der starken Rauchentwicklung gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Bewohner wurden zudem gebeten, möglichst in ihren Ausweichquartieren zu bleiben.
Lageeinschätzung: Trotz der Belastungen schätzt die Einsatzleitung die Stimmung unter den Betroffenen als ruhig ein. Der Rauch der weit sichtbaren Rauchwolke war noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Behörden und Polizei warnen weiterhin eindringlich davor, den Nationalpark zu betreten, und bitten Anwohner sowie Touristen, das Gebiet weiträumig zu meiden.
Verkehr und Umgebung: Der Fernradweg zwischen Berlin und Kopenhagen, der durch den Müritz-Nationalpark verläuft, ist derzeit nicht passierbar. Als Ausweichroute zwischen Neustrelitz und Waren steht eine alternative Strecke zur Verfügung. Der Landkreis rechnet damit, dass die Löscharbeiten noch mehrere Tage andauern werden.
Die Ortschaft Granzin mit knapp 400 Einwohnern bleibt vorerst evakuiert.
Hintergrund zum Gelände: Der Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern ist einer der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Der Brandherd auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz mit Munitionsaltlasten erschwert die Löscharbeiten erheblich, weil sich die Einsatzkräfte nicht in die unmittelbare Brandzone begeben können und Explosionen die Lage zusätzlich unberechenbar machen.
Wetter und Aussichten: Die Einsatzleitung hofft auf den angekündigten Regen, der frühestens am Donnerstag, mit höherer Wahrscheinlichkeit erst am Freitag fallen soll. Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Die Trockenheit der vergangenen Wochen hatte die Ausbreitung des Feuers begünstigt, Winddrehungen hatten wiederholt für neue Gefahrenlagen gesorgt.
Koordination und Unterstützung: Die überregionale Hilfe unterstreicht die Dimension des Einsatzes: Neben den 330 Feuerwehrleuten vor Ort sind Spezialfahrzeuge und verstärkte Einheiten aus mehreren Landkreisen im Einsatz. Die nationale Anfrage nach weiteren Kreisregnern zeigt, dass die technische Brandbekämpfung aus der Ferne der zentrale Ansatz ist, solange der Sicherheitsabstand nicht unterschritten werden darf.
Insgesamt bleibt die Lage im Müritz-Nationalpark ernst: Die Brandfläche wächst, die Evakuierung besteht fort, und die Löscharbeiten werden nach Einschätzung des Landkreises noch mehrere Tage in Anspruch nehmen.
