Beispiellose Waldbrände haben am Wochenende weite Teile Südwesteuropas erfasst und Behörden in Frankreich, Spanien und Italien zur Evakuierung von mehr als 300.000 Menschen gezwungen.

Gironde: Größte Evakuierungsoperation in der Geschichte Frankreichs

Im südwestfranzösischen Département Gironde hat sich die Lage am Sonntag weiter zugespitzt. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez sind mittlerweile 220.000 Menschen im Großraum Bordeaux von einer Evakuierungsaufforderung betroffen. Allein in der Nacht auf Montag seien in mehreren Gemeinden westlich und südwestlich der Stadt etwa 55.000 weitere Menschen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Präfektur mit. Der größte Waldbrand der Region habe inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört.

Die Feuerfront rückte am Sonntagnachmittag nach Angaben des Bürgermeisters von Bordeaux, Thomas Cazenave, bis auf 15 Kilometer an den Stadtrand heran. Eine Evakuierung der rund eine Million Einwohner zählenden Metropole komme aber «nicht in Frage», sagte Cazenave bei einer Pressekonferenz: «Die Evakuierung von Bordeaux steht nicht auf der Tagesordnung». Der Brand befinde sich südlich der Stadt und rücke nicht von Westen heran. Bis zur Stadtgrenze seien es noch 25 bis 30 Kilometer. Mit einer prognostizierten Höchsttemperatur von bis zu 41 Grad rechnen die Behörden in den kommenden Tagen mit einer weiteren Verschärfung.