Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat am Mittwoch bei einem Besuch in Abuja und Lagos für eine Vertiefung der deutsch-nigerianischen Beziehungen geworben und mehr wirtschaftliches Engagement deutscher Unternehmen in Afrika angemahnt.

Wadephul traf in Abuja seinen Amtskollegen Bianca Odumegwu-Ojukwu. Themen waren die Sicherheitslage in Nigeria, die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Bekämpfung militanter Gruppen. Nigeria ist mit mehr als 240 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas und einer der größten Erdölproduzenten der Welt. Für Deutschland ist das Land derzeit nach Südafrika der zweitwichtigste Handelspartner in Subsahara-Afrika.

Sicherheit und Migration

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Sicherheitslage. Nigeria ist wiederholt mit Angriffen der Dschihadisten-Miliz Boko Haram und mit Entführungen durch kriminelle Gruppen konfrontiert. Zudem kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Bevölkerungsgruppen. Wadephul sagte dem Land deutsche Unterstützung im Kampf gegen militante Gruppen sowie bei der Wiedereingliederung von Flüchtlingen zu.

Wirtschaftlich sieht Wadephul erhebliches Potenzial. „Wer heute nicht in Afrika präsent ist, der riskiert, entscheidende Chancen zu verpassen“, warnte er. Er verwies auf Nigerias dynamische Start-up-Szene und die Zusammenarbeit in der Informationstechnologie. Zugleich rief er die deutsche Wirtschaft zu mehr Flexibilität auf: „Alle müssen sich bewegen. Alle müssen flexibler werden. Und das gilt auch für die deutsche Wirtschaft.“ Aktuell sind rund 80 deutsche Unternehmen in Nigeria vertreten, neue größere Investitionen gab es zuletzt jedoch kaum.