Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat am dritten Tag seiner viertägigen Afrikareise politische Gespräche in Nigeria geführt und dabei Wirtschaft, Energie und Sicherheit in den Mittelpunkt gestellt.
Am dritten Tag seiner Afrikareise stehen für den deutschen Außenminister in Nigeria politische Gespräche im Mittelpunkt. Wadephul war am Montag nach Mauretanien gereist und wird am Donnerstag in Südafrika erwartet. Die Reise führt ihn durch drei Länder, die für die deutsche Außen- und Wirtschaftspolitik in Afrika eine wachsende Rolle spielen.
In Lagos, der nigerianischen Wirtschaftsmetropole, traf Wadephul nach Angaben seiner Delegation mit Influencern, einem Musiker, einer Kulturunternehmerin und einem Filmemacher zusammen. Dabei sagte er: "Von diesem Unternehmergeist, von diesem Kreativgeist können wir in Europa und in Deutschland viel lernen." Er kündigte an, die Eindrücke mit nach Deutschland zu nehmen: "Deswegen nehme ich von hier auch mit, dass wir an unserer Offenheit, an unserer Flexibilität arbeiten sollten."
Nigeria als Energiemacht im Fokus
Nigeria ist mit mehr als 240 Millionen Einwohnern Afrikas bevölkerungsreichstes Land und zugleich einer der größten Binnenmärkte des Kontinents. Das Land ist der größte Erdölproduzent Afrikas und erzielt einen großen Teil seiner Einnahmen aus dem Export von Rohöl. Im Juni stammten 25 Prozent der Kerosinlieferungen nach Europa aus Nigeria. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Wadephul Nigeria als wichtigen Partner zur Diversifizierung der Energiequellen, insbesondere angesichts der Lieferengpässe durch den Iran-Krieg in der Straße von Hormus.
