Zwei Wochen nach zwei verheerenden Erdbeben in Venezuela hat Interimspräsidentin Delcy Rodríguez die Freigabe blockierter Auslandsvermögen des Landes gefordert, um die Katastrophenhilfe zu finanzieren.

Forderung an IWF und Bank of England

Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch erklärte Rodríguez, sie habe sich sowohl an den Internationalen Währungsfonds (IWF) als auch an den britischen König Charles III. gewandt, um finanzielle Mittel und Goldreserven freigeben zu lassen, die ihrer Darstellung nach Venezuela zustehen. Konkret verlangte sie in einem Schreiben an Charles III. die Herausgabe von Gold, das bei der Bank of England lagert. Rodríguez sagte wörtlich: „Dieses Gold gehört unserem Volk, und dieses Gold soll dafür da sein, um ihm zu dienen.“ Die freigegebenen Mittel sollen nach ihren Worten Familien und Regionen zugutekommen, die von der Katastrophe besonders betroffen sind.

Die Erdbeben hatten sich am 24. Juni ereignet und laut dem Nationalen Erdbebendienst eine Stärke von 7,2 und 7,5 erreicht. Die Epizentren lagen im Norden des südamerikanischen Landes. Seither wurden mehr als tausend schwächere Nachbeben registriert. Rettungsarbeiten sind nach offiziellen Angaben weitgehend eingestellt worden, der Fokus liegt inzwischen auf Aufräumarbeiten.