Am Wiener Landesgericht begann am Dienstag der Prozess gegen einen 51-jährigen afghanischen Mann, der beschuldigt wird, seine 15-jährige Tochter in einem versuchten Ehrenmord mit einem Küchenmesser schwer verletzt zu haben.
Hintergrund der Tat
Die Tat ereignete sich im November 2025, als der Vater seine Tochter laut Anklage mehr als ein Dutzend Mal in Brust, Hals und Rücken stach, bis das Messer brach. Passanten alarmierten die Rettungskräfte, nachdem sie die „Todesschreie“ des Mädchens gehört hatten. Die Tochter überlebte schwer verletzt.
Die Staatsanwaltschaft führt die Tat auf die „Auslöschung der Familienehre“ zurück, da die Tochter einen nicht-muslimischen, nicht-afghanischen Freund hatte. Der Vater soll bei seiner Festnahme gesagt haben: „Das ist mein Recht. Sie hat einen Freund!“
Aussagen des Angeklagten
Der Vater gestand die Tat zunächst, distanzierte sich später jedoch von seinem Geständnis. Er behauptete, seine Tochter habe Probleme bereitet, die Schule abgebrochen und sei tagelang von zu Hause weggeblieben. Gleichzeitig betonte er, er habe kein Problem damit gehabt, dass seine Tochter einen rumänischen Freund hatte, und würde Österreich verlassen, wenn dies der Fall gewesen wäre.
