Bern, 04 Juni 2026
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat rund 60 Handelspartner – darunter die EU, die Schweiz und Indien – mit zusätzlichen Zöllen von 10 bis 12,5 Prozent gedroht, weil diese angeblich nicht genug gegen die Einfuhr von Produkten aus Zwangsarbeit unternehmen.
Die Untersuchung des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer begann am 12. März. Wie das Office of the US Trade Representative mitteilte, soll ein Zollsatz von 10 Prozent unter anderem für die EU, Kanada, Indonesien, Mexiko, Argentinien und das Vereinigte Königreich gelten. Für 45 weitere Staaten, darunter China, Indien, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland, ist ein Satz von 12,5 Prozent vorgesehen. Die Zölle treten nicht sofort in Kraft; Einwände können bis zum 6. Juli erhoben werden, eine Anhörung ist für den 7. Juli geplant.
Greer begründete das Vorgehen mit dem Vorwurf, wichtige Handelspartner unterließen es, Waren aus Zwangsarbeit vom eigenen Markt fernzuhalten. „Es ist inakzeptabel, dass unsere wichtigsten Handelspartner nichts gegen die Einfuhr von Waren unternehmen, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden. Dies führt dazu, dass US-amerikanische Arbeitnehmer gezwungen sind, weltweit unter ungleichen Wettbewerbsbedingungen zu konkurrieren“, erklärte der US-Handelsbeauftragte. Zudem kündigte er an: „Wir werden diese Ungleichheit nicht länger hinnehmen.“
