Hannover, 14 Juli 2026
Schwere Gewitter mit tennisballgroßem Hagel, Sturmböen und Starkregen haben am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag Teile Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommerns und Nordrhein-Westfalens heimgesucht und zahlreiche Schäden verursacht.
Bereits am Montagnachmittag zog laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eine Gewitterfront mit Starkregen, Hagel und Sturmböen über den Westen Mecklenburg-Vorpommerns und Teile Niedersachsens hinweg. Die Unwetter brachten innerhalb weniger Minuten eine geschlossene weiße Hagelschicht auf Straßen, ließen Keller volllaufen und beschädigten Gebäude und Fahrzeuge in mehreren Landkreisen.
Heidenau besonders betroffen
Besonders schwer traf es den Ort Heidenau in der Samtgemeinde Tostedt im Landkreis Harburg. Golfballgroße Hagelkörner zertrümmerten Autoscheiben und schlugen Dellen in den Lack, Dutzende Dächer wurden beschädigt. Eine Anwohnerin schilderte: „Ich wohne jetzt 18 Jahre in Heidenau, ich habe so was noch nie erlebt, so ein Chaos." Eine Augenzeugin ergänzte: „Es hat alles kaputt gemacht." Die Bewohnerin berichtete zudem, das Auto ihrer Mitbewohnerin sei „Schrott". Videos zeigten, wie Wasser durch Dächer in Wohnungen lief; eine Anwohnerin sagte: „Es ist nichts mehr heile, es regnet durchs Dach, in die Wohnungen rein."
Auch in Sarstedt hagelte es nach Angaben der dortigen Feuerwehr mit Korngrößen von drei bis vier Zentimetern, wodurch Dächer und Schutzdächer in Mitleidenschaft gezogen wurden. In Sarstedt wurde eine Frau in ihrem Keller vom Wasser eingeschlossen und von Einsatzkräften der Feuerwehr gerettet; sie kam anschließend ins Krankenhaus.
Brände und Blitzeinschläge
In Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz setzte ein Blitzeinschlag eine Scheune in Brand. Im niedersächsischen Rassau im Landkreis Uelzen geriet am Morgen ebenfalls eine Scheune in Brand, wobei zunächst unklar blieb, ob ebenfalls ein Blitz die Ursache war. Bereits am Morgen hatte ein Blitzschlag in der Nähe von Bad Bevensen ein Stellwerk getroffen und auf der Strecke Uelzen–Hamburg Verspätungen sowie Teilausfälle verursacht; auch die Verbindung Uelzen–Braunschweig war betroffen.