Der Gouverneur der tschechischen Nationalbank (CNB), Michl, hat sich gegen einen raschen Beitritt Tschechiens zur Eurozone ausgesprochen und vor den inflatorischen Folgen eines verfrühten Wechsels gewarnt.
Konvergenz als Streitpunkt
Michl begründete seine Ablehnung mit der wirtschaftlichen Konvergenz: Die tschechische Wirtschaft sei noch nicht ausreichend mit dem Euroraum zusammengewachsen, um die Einführung des Euro zu rechtfertigen. Seiner Einschätzung nach fehlt es dem Land an struktureller Angleichung, etwa bei Produktivität, Preisstabilität und Lohnentwicklung.
Zugleich wandte sich Michl gegen den tschechischen Präsidenten Petr Pavel, der im Wahlkampf für eine zügige Euro-Einführung geworben hatte. Michl griff zudem Ministerpräsident Andrej Babiš scharf an und bezeichnete ihn als „Sammelsurium-Ministerpräsident, der einer Idee im Stile Trumps folgt: Je billiger das Geld, desto besser“.
In der geldpolitischen Debatte unterstrich der Notenbankchef seine Präferenz für flexible Wechselkurse. „Ich mag flexible Wechselkurse, und die Aufwertung der Krone ist ein Instrument zur Inflationsbekämpfung“, sagte Michl. Eine Aufwertung der Krone verteuere Importe weniger und dämpfe so den Preisauftrieb, ohne dass die Zentralbank die Zinsen erhöhen müsse.
