Im Streit um die Rücknahme von rund 80.000 in Deutschland angekommenen Asylsuchenden hält die italienische Regierung weiter an ihrer Weigerung fest, die Menschen aus Deutschland zurückzunehmen.
Der Konflikt zwischen Berlin und Rom um die Rücknahme von Asylsuchenden spitzt sich zu. Nach Darstellung italienischer Stellen kommen die Betroffenen über das Mittelmeer zunächst in Italien an und werden dann eigenständig in andere EU-Staaten weitergereist. Aufgrund des Dublin-Verfahrens wären sie formal zur Rückübernahme nach Italien verpflichtet, doch die Regierung in Rom verweigert die Zusammenarbeit und beruft sich auf eigene Belastungen durch den Migrationsdruck.
Aus deutscher Sicht stellt sich die Lage als unbefriedigend dar. Trotz Gesprächen auf Fachebene und mehrerer diplomatischer Vorstöße ist es bislang nicht gelungen, Rom zu einer Aufnahme der Asylsuchenden zu bewegen. Berlin dringt auf eine Lösung im Rahmen europäischer Solidarität und pocht auf die bestehenden Vereinbarungen im Dublin-System.
