Graz, 01 Juli 2026

Der steirische SPÖ-Vorsitzende Max Lercher hat nach dem historischen Verfall der Sozialdemokratie in Graz Fehler seiner Partei eingeräumt und zugleich die wirtschaftspolitischen Beschlüsse der Bundesregierung gegen Kritik verteidigt.

Der Grazer Absturz in Zahlen

Bei seinem Auftritt in der ZiB 2 stand der Landesparteichef vor einer wenig schmeichelhaften Grafik. Sie zeigt, wie die SPÖ in der steirischen Landeshauptstadt von 42,5 Prozent im Jahr 1988 auf zuletzt 5,6 Prozent abgestürzt ist. Lercher bezeichnete den Verlauf wörtlich als „ein Scheitern der Sozialdemokratie, durch viele Fehler bedingt“ und sprach von einem „de facto“-Absturz.

Mit Blick auf den Erfolg der Grazer KPÖ und deren Bürgermeisterin Elke Kahr sagte Lercher, die Kommunisten seien „gut auf die Leute zugegangen“. Gleichzeitig zog er eine klare inhaltliche Grenze: „Ich möchte nicht die KPÖ werden. Ich will wieder eine akzentuierte Sozialdemokratie haben, die weiß, wo sie steht.“ Eine Annäherung an die Kommunistische Partei wies er mit den Worten zurück: „Die Kommunistische Partei ist die Kommunistische Partei und die Sozialdemokratie die Sozialdemokratie.“