Doris Kampus ist am Montagabend mit sofortiger Wirkung als Chefin der SPÖ Graz zurückgetreten, nachdem die Sozialdemokraten bei der Gemeinderatswahl am 26.06.2026 mit 5,6 Prozent ein neues historisches Tief erreicht und ihren Klubstatus verloren haben.

Die SPÖ Graz erlebt nach der Gemeinderatswahl einen politischen Erdrutsch. Die Partei kam laut den am Montag ausgezählten Wahlkarten nur noch auf 5,6 Prozent der Stimmen, ein Minus von 3,9 Prozentpunkten gegenüber 2021. Damit verlor sie die Hälfte ihrer Mandate und sank von vier auf zwei Sitze im neuen Gemeinderat. Weil ihr damit ein drittes Mandat für den Klubstatus fehlt, verliert die SPÖ in Graz auch ihren formellen Fraktionsstatus.

Die Parteivorsitzende Doris Kampus zog unmittelbar nach Bekanntwerden der Auszählung die Konsequenzen und erklärte am Montagabend ihren Rücktritt. Sie werde zudem ihr Mandat im Gemeinderat nicht annehmen, hieß es. Damit macht sie den Weg für einen personellen Neustart frei. Schon im Wahlkampf hatte Kampus angekündigt, die bestehende Koalition nicht ein zweites Mal mitzutragen: „jedenfalls nicht ein zweites Mal stützen“.