In Graz findet am Sonntag die Gemeinderatswahl statt, bei der die amtierende Bürgermeisterin Elke Kahr von der KPÖ ihre 2021 eroberte Machtbasis verteidigen will, während ÖVP, SPÖ und Grüne um den Weg in eine künftige Stadtregierung ringen.

Die Ausgangslage vor der Grazer Gemeinderatswahl ist ungewöhnlich: Eine kommunistische Partei stellt mit Elke Kahr die Bürgermeisterin einer Landeshauptstadt, nachdem die KPÖ 2021 mit 28,8 Prozent weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Umfragen billigen der KPÖ aktuell bis zu 36 Prozent zu, auch wenn die Werte je nach Erhebung schwanken. Damit liegt die Partei erneut klar vor allen Mitbewerbern, der Ausgang der Wahl gilt dennoch als offen, weil Mehrheiten im Stadtsenat nur über Koalitionen zu bilden sind.

Die KPÖ tritt mit dem programmatischen Ziel an, ihre führende Rolle in Graz zu behaupten. Parteiintern wird die Wahl als Richtungsentscheidung gesehen, nachdem die Partei bereits 2017 den Einzug in den Stadtsenat nur knapp verfehlt hatte und 2021 erstmals den Bürgermeistersessel erobern konnte. Elke Kahr, die in der Stadt als bodenständige Politikerin mit direktem Zugang zu den Menschen wahrgenommen wird, setzt auf soziale Themen und kommunalen Pragmatismus, um ihre Wählerbasis zu mobilisieren.