Das Integrationsministerium hat öffentlich beanstandet, dass das Sozialministerium von Korinna Schumann trotz wiederholter Nachfragen keinen Entwurf für die angekündigte neue Sozialhilfe vorgelegt hat, die am 1. Jänner 2027 in Kraft treten soll.

In einer der APA vorliegenden Stellungnahme zeigt sich das Integrationsministerium besorgt über den schleppenden Vorbereitungsprozess. Wörtlich heißt es aus dem Ressort: "Es liegt trotz wiederholter Nachfragen kein Entwurf des zuständigen Sozialministeriums vor. Die Sozialministerin hatte ein In-Kraft-Treten der neuen Sozialhilfe für 1.1.2027 angekündigt. Wir gehen davon aus, dass sie sich des dafür notwendigen straffen Zeitplanes bewusst ist." Damit wächst der Druck auf Schumann, binnen weniger Monate einen konsensfähigen Gesetzesentwurf auf den Tisch zu legen.

Hintergrund ist eine grundlegende Neuordnung der Sozialhilfe, die neben den klassischen Leistungen auch den Integrationsbereich umfasst. In diesem sensiblen Feld hatte Sozialstaatssekretärin Claudia Bauer bereits eigene Entwurfsteile präsentiert – allerdings ohne vorherige Abstimmung mit dem Koalitionspartner ÖVP. Die Vorgehensweise hatte in der Koalition für Unmut gesorgt und die Verhandlungen zusätzlich belastet.