Der Kreml hat am Freitag die vollständige Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka durch russische Streitkräfte gemeldet, während zugleich Angriffe auf Stromnetze und zivile Infrastruktur die Lage in mehreren Regionen verschärfen.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte vor Journalisten, die Stadt stehe nun vollständig unter russischer Kontrolle. Damit bestätigte Moskau offiziell einen seit Monaten erwarteten Frontdurchbruch in der industriell geprägten Region Donezk. Unabhängige westliche Beobachter haben die Angaben bislang nicht überprüft.
Kostjantyniwka zählte vor dem Krieg rund 78.000 Einwohnerinnen und Einwohner und lag seit Ende 2025 unmittelbar an der Front. Die Frontlinie zwischen russischen und ukrainischen Truppen verlief zuletzt etwa 20 Kilometer südlich der Stadt, die als wichtiger Knotenpunkt für die Versorgung des Donbass galt.
Hintergrund: Industriestadt im Donbass
Parallel zu den Kämpfen um Kostjantyniwka weitete Russland seine Drohnen- und Raketenangriffe auf zivile Ziele in mehreren ukrainischen Regionen aus. Olexander Ganscha, Militärverwalter der Stadt Dnipro, schrieb bei Telegram: „Drei Tote und zwölf Verwundete, unter ihnen auch Kinder". Insgesamt verzeichnen die Rettungsdienste nach jüngsten Angaben mindestens 30 Tote und mehr als 90 Verletzte.
