Ukrainische Drohnenangriffe haben Teile der Infrastruktur in St. Petersburg getroffen, kurz bevor dort das Internationale Wirtschaftsforum unter Beteiligung von Wladimir Putin begann; parallel warnte Kiew vor einer bevorstehenden russischen Großoffensive.
Die Drohnenschläge richteten sich nach ukrainischen Angaben gegen ein Ölterminal in St. Petersburg, das als logistischer Knotenpunkt für russische Treibstoffexporte gilt. Russische Behörden meldeten, dass die Flugobjekte abgewehrt worden seien, doch beschädigte Infrastruktur und Verletzte wurden aus der zweitgrößten Stadt des Landes gemeldet. In sozialen Netzwerken kursierten Bilder von Rauchsäulen über dem Hafenareal; unabhängig ließen sich die Aufnahmen zunächst nicht verifizieren.
Der Angriff auf den russischen Exporthafen erfolgte in zeitlicher Nähe zum Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg, das als außenpolitisches Schaufenster der Kreml-Führung gilt. Parallel sagte Kremlchef Wladimir Putin eine für den Tag geplante Marinparade zum Tag der Seekriegsflotte ab – offiziell wegen der Drohnengefahr. Beobachter werteten die zeitliche Abfolge als bewusste Demütigung der russischen Führung durch den ukrainischen Nachrichtendienst.
Drohnenangriff auf die Hafenstadt
In Kiew verschärfte Präsident Wolodymyr Selenskyj unterdessen seine Warnungen vor einer neuen russischen Großoffensive. Er verwies auf Geheimdiensterkenntnisse zu Truppenverlegungen und erklärte, die Vorbereitungen der russischen Streitkräfte deuteten auf eine „großangelegte Offensive“ hin. „Selenskyj hat gesagt, eine Eskalation kann es jederzeit geben, und ich gebe ihm völlig recht“, sagte die belarussische Oppositionspolitikerin Swjatlana Zichanouskaja bei einem Besuch in Kiew.
