Ukrainische Drohnen treffen russische Ölhäfen bei St. Petersburg – gleichzeitig töten russische Gleitbomben Zivilisten in Sumy
Berlin, 04. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Ukraine hat in der Nacht zum 4. Juli 2026 mit Dutzenden Drohnen Ölterminals bei St. Petersburg angegriffen, während Russland die nordostukrainische Stadt Sumy mit Gleitbomben bombardierte und dabei mindestens vier Menschen tötete. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem Schlag gegen Hafen-Ölinfrastruktur, die Erlöse für Russlands Krieg generiere.
Die Ukraine hat in der Nacht zum 4. Juli 2026 nach eigenen Angaben mit Dutzenden Drohnen Ölterminals bei St. Petersburg attackiert, während Russland am Vorabend mit Gleitbomben die nordostukrainische Großstadt Sumy bombardiert und dabei mindestens vier Menschen getötet hat.
Angriffe auf St. Petersburg und Umland
Nach Darstellung ukrainischer Stellen begann der Drohnenangriff auf den Raum St. Petersburg in den späten Abendstunden des 3. Juli 2026 und dauerte bis in die frühen Morgenstunden des 4. Juli. „Die Ukraine hat unterdessen offenbar erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen“, hieß es aus Kiew. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf der Plattform X, es seien Ölterminals in Häfen getroffen worden, die Einnahmen für Russlands Krieg gegen die Ukraine generierten. Auch ein Marinestützpunkt im Raum St. Petersburg sei nach Selenskyjs Angaben ein wichtiges militärisches Ziel gewesen.
Der Gouverneur der Stadt St. Petersburg, Alexander Beglow, sprach über Online-Dienste von einem „großangelegten Angriff“ auf die Metropole mit sechs Millionen Einwohnern. „Der Gouverneur von Sankt Petersburg, Alexander Beglow, sprach von einem großangelegten Angriff auf die Metropole mit sechs Millionen Einwohnern“, teilte die Nachrichtenagentur TASS mit. Beglow bestätigte zudem, dass es bei dem Angriff keine Opfer gegeben habe.
Parallel dazu meldete Alexander Drosdenko, Gouverneur des die Stadt umgebenden Gebiets Leningrad, dass in seiner Region insgesamt 67 ukrainische Drohnen abgefangen worden seien. „Der Gouverneur des Umlands der Metropole, Alexander Drosdenko, berichtete, dass 67 feindliche Drohnen abgeschossen worden seien“, zitierten russische Stellen den Gouverneur. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahl gibt es allerdings nicht: „Dafür gab es keine unabhängige Bestätigung“, schrieben Nachrichtenagenturen.
Feuer im Ölhafen Wyssozk
Im rund 170 Kilometer nordwestlich von St. Petersburg am Finnischen Meerbusen gelegenen Hafenort Wyssozk fielen demnach Teile von Drohnen vom Himmel. „Im Hafen von Wyssozk am Finnischen Meerbusen seien Teile von Drohnen abgestützt, sagte Drosdenko der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge. In Wyssozk gibt es ein großes Terminal zur Ölverladung“, hieß es. Wyssozk wird für den Handel mit Öl und Flüssiggas genutzt; der Hafen bedient zudem Getreide, Kohle und verflüssigtes Erdgas.
Aus Wyssozk wurde ein Feuer gemeldet. „Auch aus dem für den Handel mit Öl und Flüssiggas genutzten Hafen der 170 Kilometer nördwestlich gelegenen Kleinstadt Wyssozk wurde ein Feuer gemeldet“, berichtete der russische Staatssender. Auch im Bereich des Luftraums um St. Petersburg selbst, etwa über Peterhof mit seinem berühmten Schloss- und Parkensemble aus dem 18. Jahrhundert, ging demnach mindestens eine Drohne nieder. Opfer oder Schäden seien dort aber nicht zu verzeichnen gewesen.
Die Angriffe galten nach Selenskyjs Darstellung vor allem dem Ölterminal im Kirovsky-Viertel der Stadt. „Ukraine attackiert Erdölterminal in Sankt Petersburg 4. Juli 2026“, hieß es in Kiew. Selenskyj sprach von einem Schlag gegen Hafen-Ölinfrastruktur, die Erlöse für Russlands Krieg generiere. Nach Angaben des lokalen Mediums „Bumaga“ brach am Ölterminal der Stadt ein Feuer aus; Videos in russischen und ukrainischen Telegramkanälen legten nahe, dass der Ölhafen selbst getroffen wurde.
Moskau bestätigt nur Angriffe im Umland
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte seinerseits nur Angriffe auf das Umland von St. Petersburg, nicht aber auf das Stadtgebiet selbst. „Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nur Angriffe auf das Umland von St. Petersburg, aber nicht auf das Stadtgebiet“, verlautete aus Moskau. Von der Führung der Millionenstadt selbst gab es zunächst keine offiziellen Angaben zu einem mutmaßlichen Treffer im Hafengelände.
Das russische Militär teilte zugleich mit, dass die Flugabwehr über Nacht 389 ukrainische Kampfdrohnen landesweit abgefangen habe. „Landesweit seien über Nacht 389 ukrainische Kampfdrohnen abgefangen worden, hieß es.“ Andere russische Quellen sprachen von insgesamt 72 abgefangenen unbemannten Luftfahrzeugen – die Zahlen ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.
Streit um die Einnahme von Kostjantyniwka
Am selben Tag wurde zudem aus Moskau ein anderes Kriegsereignis vermeldet: Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin über die Einnahme der Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine informiert, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. „Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin über die Einnahme der Stadt unterrichtet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau gestern Abend mit. teilte das russische Militär mit, es habe die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen“, hieß es aus Moskau. „Putin, der am gleichen Tag einen Kommandoposten besuchte, von dem aus der Einsatz der russischen Truppen in der Ukraine gesteuert wird, lobte die Einnahme der Stadt als wichtigen strategischen Erfolg.“
Die ukrainische Seite wies diese Darstellung umgehend zurück. „Der ukrainische Generalstab dementierte eine Meldung des Moskauer Verteidigungsministeriums, wonach russische Truppen einen strategisch wichtigen Ort in der Ostukraine eingenommen hätten“, erklärte Kiew. Ein Vertreter des ukrainischen Generalstabs bezeichnete die russische Darstellung als falsch; Kostjantyniwka bleibe unter der Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte. „Von Seiten des ukrainischen Militärs wurde dies am Morgen dementiert, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Die Lage dort sei jedoch schwierig und die Stadt Kostjantyniwka heftig umkämpft“, hieß es weiter.
Gleitbomben auf Sumy: Kind und Mutter unter den Toten
Unterdessen hatte Russland am Vorabend mit einem schweren Luftangriff auf die nordostukrainische Großstadt Sumy eine der folgenschwersten Attacken auf eine zivile Siedlung in diesem Krieg verübt. „In den Trümmern eines Wohnhauses würden noch Verschüttete vermutet“, teilten ukrainische Behörden mit. Nach Angaben der Gebietsverwaltung von Sumy hatte die russische Luftwaffe das Stadtzentrum mit sechs Gleitbomben angegriffen. Präsident Selenskyj teilte die Zahl von vier Toten und 27 Verletzten mit; regionale Stellen gingen zunächst von derselben Bilanz aus.
Gleitbomben sind Gleitbomben mit großer Reichweite: „Kampfjets klinken diese Bomben noch im sicheren eigenen Luftraum aus, sie werden dann über Dutzende Kilometer ins Ziel gelenkt“, erläuterte das ukrainische Verteidigungsministerium. „Die Bombe sei in einem belebten Viertel mit einem Hochhaus und Geschäften eingeschlagen“, hieß es weiter. Unter den Toten seien nach Angaben des regionalen Gouverneurs Oleh Hryhorow auf Telegram ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter.
Die Region Sumy, die direkt an Russland grenzt, steht seit Monaten unter fast ständigem Beschuss. „Die an Russland grenzende Region Sumy steht unter fast ständigem Beschuss“, berichteten ukrainische Stellen. „Die russische Regierung versucht seit Monaten, in der Region Sumy eine Pufferzone einzurichten“, hieß es. „Die Ukraine intensiviert seit Wochen ihre Angriffe auf russische Ölinfrastruktur, was inzwischen auch zu Engpässen an Tankstellen führt“, schrieb die Deutsche Presse-Agentur.
Reaktionen und internationaler Kontext
Am Donnerstag zuvor hatte Russland die Hauptstadt Kiew mit dem bislang folgenschwersten Luftangriff des Jahres überzogen. „nachdem am Donnerstag bei dem bislang folgenschwersten russischen Angriff des Jahres auf die Metropole mindestens 30 Menschen getötet worden waren“, teilten ukrainische Stellen mit. „In der Hauptstadt Kiew wurde unterdessen am Freitag ein Trauertag begangen“, hieß es weiter. Präsident Selenskyj veröffentlichte Bilder der Zerstörung und forderte die Verbündeten der Ukraine auf, den Druck auf Russland zu erhöhen.
Im Südosten der Ukraine starben bei mehr als 50 Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Bomben drei Menschen in der Region Dnipropetrowsk, darunter zwei in der Nähe von Nikopol am Fluss Dnipro gegenüber dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. „Die Stadt liegt am Fluss Dnipro, gegenüber dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja“, schrieb die dpa. In der Stadt Saporischschja selbst kamen nach Angaben des dortigen Gouverneurs Iwan Fedorow bei weiteren Angriffen zwei Menschen ums Leben, 21 wurden verletzt.
Die Drohnenangriffe auf St. Petersburg, die Heimatstadt Putins, markieren eine deutliche Ausweitung der ukrainischen Operationen gegen die russische Ölindustrie tief im russischen Hinterland. „1.000 Kilometer von der Ukraine entfernt liegen die Ostseehäfen, über die Russland sein Öl exportiert“, betonte die dpa. Erst Anfang Juni hatte die Ukraine demnach Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort Putins Internationales Wirtschaftsforum beginnen sollte. „Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort das Internationale Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin beginnen sollte“, hieß es.
Putin kündigte als Reaktion auf die ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Ölindustrie an, die sogenannten Sicherheitszonen ausweiten zu wollen. „Putin erklärte demnach weiter, die russischen Streitkräfte müssten als Reaktion auf die verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe etwa auf die russische Ölindustrie die sogenannten Sicherheitszonen ausweiten“, hieß es aus Moskau. Auf dem NATO-Gipfel in Ankara werden derweil neue Hilfszusagen für die Ukraine erwartet; das geplante Hilfspaket sieht nach dpa-Angaben eine Mindestfinanzierung von 70 Milliarden Euro pro Jahr für die kommenden zwei Jahre vor.
Fragen & Antworten
Wer hat die Drohnenangriffe auf St. Petersburg für sich beansprucht?
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf der Plattform X, die Ukraine habe mit Dutzenden Drohnen das Ölterminal im Kirovsky-Viertel von St. Petersburg sowie weitere Hafenanlagen angegriffen.
Wie viele Menschen starben beim russischen Angriff auf Sumy?
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurden am Freitagabend mindestens vier Menschen getötet und 27 weitere verletzt; unter den Toten waren nach Angaben von Gouverneur Oleh Hryhorow ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter.
Was weiß man über die russische Behauptung zur Einnahme von Kostjantyniwka?
Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin über die Einnahme der Stadt informiert, teilte das Moskauer Verteidigungsministerium mit; der ukrainische Generalstab wies diese Darstellung jedoch als falsch zurück und erklärte, Kostjantyniwka bleibe unter ukrainischer Kontrolle.
Drohnenangriffe bei St. Petersburg und Sumy: Angriffe am 4 | finanz360