Die Vereinigung der Österreichischen Richter hat die Pläne für eine Bundesstaatsanwaltschaft (BuStA) scharf kritisiert und gewarnt, die Reform könne das bestehende Anscheinsproblem bei der Besetzung von Spitzenposten sogar verschärfen.

Kritik an der Auswahl der Behördenleitung

In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme äußerte die Richtervereinigung deutliche Bedenken gegen die im Entwurf zum Bundesstaatsanwaltschaftsgesetz (BuStAG) vorgesehenen Strukturen. Die geplante Regelung zur Auswahl von Leitungspositionen werde der seit langem diskutierten Sorge um politische Einflussnahme nicht gerecht, hieß es. Konkret sehen die Richterinnen und Richter die Gefahr, dass die Reform ihr eigenes Ziel verfehlt.

Die Vereinigung warnt, bei politisch nicht gewollten Bestellungen drohe ein Hin und Her zwischen der geplanten Auswahlkommission und dem Nationalrat. Die wörtliche Befürchtung: "droht die bestehende Anscheinsproblematik nicht beseitigt, sondern intensiviert zu werden". Sie befürchten bei politisch nicht gewollten Bestellungen erhebliche Verzögerungen durch ein "Ping-Pong-Spiel" zwischen Auswahlkommission und Nationalrat.