Wien, 30 Juni 2026

Der Begutachtungsentwurf zur Reform der Bundesstaatsanwaltschaft ist auch Wochen nach der angekündigten Novelle noch nicht online abrufbar, während erste Stellungnahmen aus Justiz, Politik und Zivilgesellschaft bereits öffentlich Kritik üben.

Die Bundesstaatsanwaltschaft steht im Zentrum einer der heuer am heftigsten debattierten Justizreformen Österreichs. Beobachter und Beobachterinnen warten seit Wochen auf den offiziellen Begutachtungsentwurf, der laut APA bislang nicht ins parlamentarische System eingespielt worden ist. Ohne diese Veröffentlichung fehlt Fachöffentlichkeit und Zivilgesellschaft die Grundlage für eine fundierte Stellungnahme.

Besonders scharf äußerte sich am Dienstag der Korruptionsexperte Martin Kreutner gegenüber Ö1. Seine Kritik richtete sich gegen die geplante Zusammensetzung der Auswahlkommission und das Bestellprozedere. Kreutner stellte die fachliche Qualität der vorgesehenen Auswahl in Frage und verwendete dafür ein drastisches Bild: „Sie lassen ja auch nicht einen Zahnarzt eine Herzoperation durchführen", monierte Kreutner.