Die österreichischen Grünen haben die Koalitionsregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS aufgefordert, ihren Entwurf für eine neue Bundesstaatsanwaltschaft zurück an den Start zu schicken und grundlegend zu überarbeiten.

Die Justizsprecherin der Grünen, Alma Zadić, kritisierte den am Freitag in Wien vorgestellten Entwurf scharf und warf der Regierung vor, mit dem Gesetzespaket Etikettenschwindel zu betreiben. „Die Koalition betreibe Etikettenschwindel, kritisierte Justizsprecherin Alma Zadić am Freitag. Die Grünen werden dem Vorhaben in der jetzigen Form nicht zustimmen und damit die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Nationalrat verhindern.

Kern des Entwurfs ist die Einführung eines kollegialen Dreiergremiums an der Spitze der Weisungskette, das die Justizministerin als oberste Weisungsspitze der Justiz ablösen soll. Drei Bundesstaatsanwälte sollen künftig über Anklage oder Einstellung von Verfahren entscheiden, wobei die Drei für sechs Jahre bestellt werden, mindestens zehn Jahre Erfahrung in der Strafjustiz mitbringen müssen und dem Nationalrat rechenschaftspflichtig sind.