Wien, 08 Juli 2026

Nach der Veröffentlichung von Rechnungshof-Berichten zur Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) haben Oppositionsparteien und Interessenvertretungen scharfe Kritik an Intransparenz, steigenden Personalkosten und nicht dokumentierten Funktionsentschädigungen geübt.

Der Rechnungshof legte am Dienstag Berichte zur Bundeskammer und zu den Länderkammern der Wirtschaftskammer Österreich vor und zog darin ein kritisches Resümee zu Transparenz, Vergleichbarkeit von Reserven und Bilanzen sowie zur Vergabe von Bezügen an Funktionäre. Die Prüferinnen und Prüfer orteten organisatorische Defizite und beanstandeten unter anderem eine hohe Anzahl organisatorischer Schnittstellen, das Risiko von Doppelgleisigkeiten, Rollen- und Zielkonflikte sowie Steuerungsdefizite, die in der Unternehmerkammer für intransparente Strukturen sorgten.

Konkret kritisierte der Rechnungshof, dass in manchen Fällen keine nachvollziehbaren Erwägungen darüber existierten, wer überhaupt Bezüge für Funktionärspositionen erhalten solle. Funktionärsämter sind demnach im Prinzip ehrenamtlich, an bestimmte Voraussetzungen ist eine Entschädigung geknüpft – doch diese Voraussetzungen seien über Jahrzehnte nicht dokumentiert worden. So ließ sich ein Präsidiumsmitglied einen Vielfliegerstatus bei einer großen europäischen Fluglinie um 2.000 Euro zahlen, schreiben die Prüfer. In einem anderen Fall berichtete der Rechnungshof von einer hohen Hotelkostenpauschale, die sich nicht an tatsächlichen Kosten orientiert habe.