Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat einen möglichen Abzug der zwei in Dschibuti stationierten Bundeswehrschiffe aus dem Bereich der Straße von Hormus in Erwägung gezogen, weil iranische Stellungnahmen eine Minenräumung durch andere Staaten ablehnen.

Die Überlegungen wurden am Mittwoch in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und NATO-Generalsekretär Mark Rutte vorgetragen. Pistorius erklärte, die deutschen Schiffe würden nicht unbegrenzt warten, und sprach sich für eine rechtzeitige Rückkehr der Besatzungen nach Deutschland aus. „Wir werden dann im Sommer rechtzeitig die Entscheidung treffen, dass im Zweifel unsere Soldaten ihren Sommer bei 40 Grad in Berlin statt bei knapp 50 in Dschibuti verbringen“, sagte er.

Voraussetzungen für die Mission

Hintergrund ist ein geplanter internationaler Einsatz zum Schutz des Schiffsverkehrs durch die Meerenge. Deutschland hatte vor Wochen das Minenjagdboot „Fulda“ und das Versorgungsschiff „Mosel“ in die Region entsandt, um dort für eine mögliche Minenräumung bereitzustehen. Nach Darstellung des Ministers sind die Bedingungen für eine solche Mission derzeit nicht absehbar zu erfüllen.